«Schauen, fragen, informieren Sie sich!»

Am 10. Januar hat die SVP Würenlos Unterschriftsbögen für das Referendum gegen den Kredit über 770000 Franken für die Sanierung und Erweiterung des Kindergartens «Buech» I eingereicht, der in der Einwohnergemeindeversammlung vom 5. Dezember 2013 beschlossen wurde.

Schulpflegepräsident Rainer Kirchhofer informierte die Besucher.Die Sanierung des Kindergartens «Buech» I steht zur Debatte. Fotos: ska

Schulpflegepräsident Rainer Kirchhofer informierte die Besucher.Die Sanierung des Kindergartens «Buech» I steht zur Debatte. Fotos: ska

Gemeinderat, Schulpflege und Schulleitung Würenlos haben am Samstag, 22. Februar, eine Orientierungsveranstaltung und Besichtigung des Kindergartens «Buech» I organisiert. Stimmbürgerinnen und Stimmbürger sollten sich im Hinblick auf die Referendumsabstimmung vom 16. März eine unabhängige Meinung bilden können.

Rund 60 Personen, darunter Gegner und Befürworter, Eltern, Anwohner, Behörden- und Parteimitglieder, aber auch ehemalige Kindergärtnerinnen, besuchten die Orientierungsveranstaltung. Schulpflegepräsident Rainer Kirchhofer begrüsste die Anwesenden und erklärte, was alles hinter dem Kredit steht. Es störe ihn, dass innerhalb des Dorfes unterschiedliche Kindergartensysteme existierten, die den Räumlichkeiten geschuldet seien. Würenlos geht von einem momentanen Höchststand an Kindern aus. Der Kindergarten Rosenpark werde daher zurzeit nur gemietet, um ihn, sobald die Zahlen zurück-‹gehen, wieder verlassen zu können. Dies bedinge aber, dass der«Buech» I funktionstüchtig und nachhaltig sei für die nächsten 30 Jahre. «Dafür müssen wir etwas investieren und nicht nur den Boden erneuern», gab Kirchhofer zu bedenken. Sonst müsse man in 5 bis 10 Jahren wieder sanieren.

Gemeinderat Toni Möckel appellierte an die Versammelten, das Thema nicht emotional anzugehen, sondern bei den knallharten Fakten zu bleiben. «Würenlos muss sparen» sei das eine Faktum – «Bildung ist eine Priorität» das andere. Bei der Schule sei man aber beispielsweise und anders als viele anderen Gemeinden à jour. Die Entscheidungsfindung beim Kindergarten liege nun bei der Bevölkerung, an die er appellierte: «Gehen Sie schauen, reden Sie mit Fachleuten, informieren Sie sich!» Möckel sagte, dass er sich für die Abstimmung vom 16. März einen klaren Entscheid wünsche – auch um ein Gefühl für die Stimmung im Hinblick auf künftige Projekte im gleichen Bereich zu bekommen.

Architekt Rolf Schönmann von Schönmann-Walder-Ronc Architekten AG erläuterte die baulichen Fakten. Für eine zeitgemäs-se Führung des Kindergartens «Buech» I brauche es das zurzeit fehlende Raumangebot. Ebenso die Sanierung von Dach, Böden und Wänden. Der Plan sehe westseitig einen Anbau mit ca. 50 m² vor, der flexibel abgeteilt werden könne, ebenso eine Erweiterung der Küche, einen Windfang im Eingangsbereich aus energetischen Gründen, ein behindertengerechtes WC – was im ebenerdig gelegenen «Buech» I Sinn mache, sowie einen grösseren Aussengeräteraum für beide Kindergärten. Die mangelnde oder bei Boden sogar fehlende Isolation würde vor allem energetisch Sinn machen, wie Schönmann erklärte, und: «Einem Privaten schreibt man das auch vor.»

Die Ölheizung, wie in der Diskussion mit den Anwesenden später erklärt wurde, wird noch nicht ersetzt, da sie noch sicher 10 Jahre funktionstüchtig ist und ein Ersatz zurzeit keinen Sinn machen würde.

Auch die Summe von 770000 Franken war ein Diskussionspunkt. «Man muss dem Stimmvolk zeigen, dass diese Summe gerechtfertigt ist», sagte ein Besucher. Kirchhofer erklärte, dass diese nicht verändert werden könne, und Möckel fügte an, dass es sich bei den 770000 Franken ja um einen Kredit handle – dieser müsse nicht voll ausgeschöpft werden: «Das System lässt aber nicht zu, das glaubwürdig zu kommunizieren.» Kirchhofer konnte versichern: «Teurer wird es sicher nicht.»

Auch Gemeindeammann Hans Ulrich Reber erklärte, dass noch Einsparungen ohne Qualitätsverlust möglich seien, allerdings nicht im Bereich von mehreren hunderttausend Franken.

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