Herausforderung, wenn Badi voll ist
Die Hitzewelle lockt viele Besucherinnen und Besucher in die Badi. Im Schwimmbad Wiemel wurden am Wochenende über 2000 Gäste gezählt.
«36 Grad und es wird noch heisser», singt Inga Humpe von der Band «2Raumwohnung». Der anhaltenden Hitzewelle lässt sich nur mit genügend Getränken, Schatten oder einem Sprung ins kühle Nass trotzen. Im Würenloser Schwimmbad «Wiemel» reihte sich am Wochenende Badetuch an Badetuch. Auch Parkplätze gab es irgendwann keine mehr. «Nach einem kühlen Start ist die Badisaison an Pfingsten so richtig gestartet», sagt Simon Studer.
Er arbeitet seit zehn Jahren im Wiemel, seit 2019 ist er Betriebsleiter. Gemeinsam mit Roland Frei ist er für die Sicherheit der Badigäste zuständig. Ihm gefällt sein Beruf nach wie vor. Was ihm allerdings Sorgen bereitet, ist der fehlende Respekt und Anstand einzelner Badigäste. An einem hitzigen Tag ist es bei einigen auch mit der Geduld nicht zum Besten bestellt. «Sagen wir mal so: wir merken, dass die Zündschnur kürzer wird – vor allem an den Wochenenden.» Dann kämen auch Leute von weiter her und die kennen die Badiregeln nicht. Andererseits: werden die Gäste auf gewisse Verbote hingewiesen, werde auch herumgemault und das Personal beleidigt. «Es ist anstrengend und wird immer herausfordernder», sagt Simon Studer. Und wenn es in diesem Masse weitergehe, dann wisse er nicht, ob er dies bis zur Pensionierung machen wolle. «Sicher spielen auch die unterschiedlichen Kulturen eine Rolle.»
Verantwortung für Kinder
Gänzlich unverständlich ist für ihn wie auch für Badmeister Roland Frei, dass die Leute ihre eigenen Kinder nicht beaufsichtigen und stattdessen am Handy scrollen. Auszug aus der Badeordnung: «Kinder unter zehn Jahren dürfen die Badeanlage nur in Begleitung einer volljährigen Aufsichtsperson betreten. Diese trägt die volle Verantwortung für das Kind und hat für die dauernde Überwachung zu sorgen.» Am Wochenende suchte ein zirka 6-jähriger Junge seine Eltern. Da die Badmeister keine Zeit hatten, half ein Badegast aus und suchte mit dem Kind auf der ganzen Anlage die Eltern. Nach 45 Minuten konnte die Mutter am Telefon hantierend, gefunden werden. «Das finde ich tragisch, dass man ein Kind eine Dreiviertelstunde nicht vermisst und nicht begleitet», so Studer. Die Verantwortung der Eltern für ihre Kinder – auch im Teenageralter – werde generell schlecht wahrgenommen.
Auch die Wasserqualität liegt in der Verantwortung der Badmeister: Aufgrund der hohen Temperaturen und der vollen Becken muss die Anlage öfter rückgespült werden. Das heisst, die Filter müssen täglich gereinigt werden. «Mehr Leute halten sich länger im Wasser auf. Sie cremen sich häufiger ein, duschen aber nicht so oft, wie wir uns das vorstellen», so Simon Studer.
50000 bis 100000 Liter Frischwasser werden täglich pro Becken gebraucht, um die Wasserqualität zu gewährleisten. Das Wasser sollte nicht zu warm werden, sonst reduziert sich die Desinfektionswirkung des Chlors, um beispielsweise Keime abzutöten.








