Grün, welches die Geister scheidet

Sandro Banz ist Präsident des Rugbyclubs Würenlos. zVg

Sandro Banz ist Präsident des Rugbyclubs Würenlos. zVg

Daniel Sieber, seit Anfang 2026 Präsident des SV Würenlos. zVg

Daniel Sieber, seit Anfang 2026 Präsident des SV Würenlos. zVg

Der SV Würenlos und der Rugbyclub Würenlos kämpfen gemeinsam für den Kunstrasenplatz. Der Grund: zu wenig Trainingsmöglichkeiten.

An der Gemeindeversammlung vom 2. Juni befinden die Stimmberechtigten in Würenlos über den zweiten Platz, einen Kunstrasenplatz, im Tägerhard. Kostenpunkt: 3,84 Mio. Franken. Der Gemeinderat empfiehlt den Kredit zur Ablehnung – aus Kostengründen.

«Gespräche mit dem Gemeinderat, der Finanzkommission und den Parteien haben stattgefunden», erklärt Daniel Zehnder im Namen des SV Würenlos (SVW) und als Mitglied der Sportkommission. «Das Verständnis ist da, dass dieser Kunstrasenplatz nötig ist, die Kosten aber hoch sind.» Der Kunstrasenplatz wäre aus ihrer Sicht vor allem wichtig, um mehr Trainingsmöglichkeiten zu erhalten, vor allem im Frühling und Herbst. Die Mehrzweckhalle wird von allen Vereinen rege genutzt, durch den Turnverein am meisten. «Der TV ist ein Hallenverein, das ist auch richtig so.»

In den Wintermonaten müssen die Fussballerinnen und Fussballer auf die Turnhallen in Otelfingen, Hüttikon/Dänikon und Boppelsen ausweichen. Dafür bezahlen die Würenloser nichts. Für die Benutzung der Kunstrasenplätze in Regensdorf, Geroldswil und Dietikon muss bezahlt werden. Der SVW hat 525 Mitglieder, davon sind 290 Junioren plus 80 Juniorinnen in 34 Teams von den 4-Jährigen bis zu den 20-Jährigen. Rund 40 Kinder waren bis Ende März auf der Warteliste des Vereins. «Wir haben die Warteliste vor rund eineinhalb Jahren eingeführt, weil wir keinen Flecken Rasen mehr hatten und die Hallenkapazität im Winter vollkommen erschöpft ist. Nicht weil wir keine Trainer gefunden hätten», sagt Präsident Daniel Sieber. Und weiter: «Der organisatorische Aufwand für die Platz- und Halleneinteilungen ist gewaltig – und wenn irgendwo ein Platz geschlossen ist, brauchen wir enorm viel Flexibilität.» Gemäss SVW werden die Naturrasenplätze von allen Vereinen rund 3650 Stunden jährlich genutzt. Normalerweise könnten diese 800 Stunden genutzt werden. «Wir haben 2,5 davon und ein paar kleine Nebenplätze. Kunstrasenplätze können im Vergleich zu Naturrasenfeldern deutlich intensiver genutzt werden und ermöglichen eine hohe Trainingsqualität. Die Folge der Überbelastung: Der Naturrasen kann sich nicht mehr erholen – besonders im Herbst und Frühling», heisst es auf der Vereins-Website.

Suche nach Plätzen

Der Rugbyclub hat 130 Mitglieder und eine starke Juniorenabteilung. Auch für deren Spielerinnen und Spieler sei das Wintertraining erschwert. «Wir sind sehr viel draussen, trainieren oft auf dem roten Platz. Da ist die Verletzungsgefahr höher. Zudem können wir auf dem roten Platz kein Kontakttraining durchführen. Dadurch ist eine gezielte und vollständige Saisonvorbereitung nur eingeschränkt möglich», sagt Präsident Sandro Banz. «Wir haben uns im Aargau nach Kunstrasenplätzen umgeschaut. Doch die Fussballclubs brauchen diese. Wir haben schon Zürich angeschaut, doch das wird teurer.»

Zweiter Platz ist im Masterplan

Im Jahr 2012 wurde ein Masterplan im Tägerhard mit zwei Plätzen erstellt. 2018 wurde der erste Platz, ein Naturrasen, eingeweiht. Das Garderobengebäude erstellte und finanzierte der SVW für 900000 Franken und unterhält dieses. Vorwärtsmachen wollen die Clubs auch, weil sonst die rund 400000 Franken aus dem kantonalen Schwerpunktprogramm «Kunstrasenplätze» des Swisslos-Fonds entfallen. Voraussetzung: Die Baubewilligung erfolgt bis Ende 2027 und die Umsetzung bis Ende 2029.

Gemeinderat Lukas Wopmann (Mitte) sagt auf Anfrage, welche Projekte in Zukunft Priorität haben – deshalb die Kunstrasenablehnung des Gemeinderates. Ersatz Ölheizung der Gemeindeliegenschaftenfür 1,4 Mio. Franken. Sanierung Schulstrasse für rund 1,8 Mio. Franken. Sanierung und Neugestaltung Landstrasse 3 Mio. Franken. Fussgängersicherheit Buechzelglistrasse 2,5 Mio. Franken. Anpassungen Perron am Bahnhof Würenlos 990000 Franken. Wopmann sagte dazu, dass diese Projekte im Finanzplan stünden, teilweise aber noch nicht bewilligt seien. Die Kostenschätzung seien rudimentär.

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