Befürworter waren unter sich

Das Jugendparlament veranstaltete einen Informationsanlass zum Thema Kunstrasen. Geplant war allerdings ein Podium mit Befürwortern und Gegnern.
Fabio Blazevic, Präsident des Jugendparlaments Würenlos, freute sich über die interessierten Gäste, die am letzten Dienstagabend zur Information in den Gemeindekeller gekommen waren. «Es ist schön, dass man sich weiterbildet. Geplant war ein Podium, doch das Referendumskomitee weigerte sich, daran teilzunehmen», so Fabio Blazevic. Und weiter: «Wer das Referendum ergreift, sollte dazu stehen», so der 19-jährige Kantonsschüler.
Daniel Sieber, Präsident des SV Würenlos, und Mitstreiter Daniel Zehnder wiesen darauf hin, dass der SV Würenlos aus allen Nähten platze. «Wir würden gern weiterkommen. Es gibt Kinder, die seit eineinhalb Jahren auf der Warteliste stehen.» Natürlich sei das hier Aufgezeigte nichts Neues für die Gäste. Dennoch wollten die Befürworter klarstellen, was es heisst, wenn der Kunstrasenplatz nicht gebaut werden kann. Daniel Sieber brachte etwas Persönliches mit ein: «Als ich vor 37 Jahren mit Fussballspielen begann, hatten wir zwei Fussballplätze. Jetzt sind es doppelt so viele Einwohnerinnen und Einwohner, und wir haben einen halben Platz mehr zur Verfügung.»
Am Text nichts ändern
Unter den rund 20 Gästen war auch Gemeindeammann Anton Möckel (parteilos). Für einmal war er in der Rolle des Zuhörers – vorerst. Er musste sich von den Gästen anhören, wie enttäuscht man vom Gemeinderat sei und weshalb man erneut ein Nein in den Wahlunterlagen publiziert habe. Möckel erwähnte zunächst etwas Reglementarisches: «Wir dürfen am Text in der Abstimmungsbroschüre nichts ändern. Für uns war es wichtig, sauber zu bleiben», so der Gemeindeammann.
In der Broschüre zur Abstimmung vom 27. September heisst es unter anderem: «Der Gemeinderat sieht sich vor eine schwierige Entscheidung gestellt: Die Notwendigkeit eines Kunstrasenplatzes zur Entlastung der bestehenden Sportinfrastruktur und zur Unterstützung der Würenloser Sportvereine ist nachvollziehbar. Jedoch würde das geplante Projekt mit Gesamtkosten von gegen 3,8 Millionen Franken eine ganz erhebliche finanzielle Belastung für die Gemeinde bedeuten, insbesondere aufgrund der bereits bestehenden Haushaltsverpflichtungen und speziell mit Blick auf die verschiedenen anstehenden Investitionsprojekte.»
Andere Projekte in petto
Urs Gebistorf wollte wissen, welche Projekte in Würenlos Priorität hätten. Zum einen seien es die Kosten der Pflegefinanzierung, zum anderen seien Projekte wie die Neugestaltung von Pausenplätzen zurückgenommen worden. Ausserdem sei die Sanierung der Landstrasse zurückgezogen worden, weil es nicht passe. «Als ich vor 16 Jahren im Gemeinderat anfing, hatten wir einen Steuerfuss von 108 Prozent und 16 Millionen Franken Schulden. Jetzt haben wir die Schulden abgebaut, wir wollen nicht dorthin zurück», so der Ammann.


