Neues Kirchgemeindehaus ist fast fertig
Die Kirchgemeinde Wettingen-Neuenhof musste sich von den Infrastrukturen her verkleinern. Nun ist der Bau des neuen Kirchgemeindehauses auf der Zielgeraden.
Pfarrer Lutz Fischer hält die neue Türe auf und lädt zum Rundgang: Im neuen Holzbau sind die Handwerker damit beschäftig, Wände zu streichen, die Küche fertig einzubauen oder den Lift auf seine Last zu testen. Hell und offen kommen sie daher, die neuen Räumlichkeiten. Im neuen, kleineren Kirchgemeindesaal sind die Lampen montiert, anderes wartet noch auf die Fertigstellung.
Auch auf dem offenen Vorplatz, der zur Kirche und zum neuen Eingang der reformierten Kirche führt, wird gearbeitet. «Der Eingang wurde letzte Woche auf die andere Seite verlegt», erzählt Pfarrer und Projektverantwortlicher Lutz Fischer. Man merkt es, er freut sich riesig über die neuen Räumlichkeiten, die das alte, 1969 erbaute Kirchgemeindehaus ablösen. Obwohl: Während dieses heissen Sommers ist das eher dunkle Gebäude Gold wert. Denn die Temperaturen sind hier nicht ganz so hoch. Weiter geht’s: «Die Sitzbänke wurden vorgestern platziert. Einige wurde bereits genutzt», sagt er.
Das Ziel: verkleinern
Da die Kirchgemeinde in den letzten Jahrzehnten Mitglieder verlor, sei es aufgrund von Austritten oder der tiefen Geburtenrate, musste sie handeln. Finanzielle Sorgen stellten sich daraufhin ein. Sparmassnahmen waren die Folge, im Personalbereich, aber auch im Bereich der Immobilien, die weniger genutzt wurden.
Der Neubau ist ein Teil der Immobilienstrategie 2030 der Reformierten Kirchgemeinde Wettingen-Neuenhof. Das vom Brugger Architekturbüro Architheke AG Brugg gestaltete Projekt für 6,4 Millionen Franken kommt als Einheit daher. Das neue Kirchgemeindehaus ist parallel zur Lägernstrasse errichtet worden. So ist ein Ensemble mit der Kirche und dem Pfarrhaus entstanden. Für die Jugendarbeit werden im Anbau der Kirche umgebaute Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt.
Rotbuche sollte erhalten bleiben
Wichtig war der Kirchenpflege, die Hängebuche an der Lägernstrasse zu erhalten. «Sie markiert sowohl den neuen Weg zur Kirche als auch den Zugang zum Kirchgemeindehaus und dessen Foyerbereich. Ein sanft ansteigender Treppenweg führt von der Etzelstrasse auf den neu gebildeten Kirchenplatz, welcher mit seinen Sitzmauern zum Verweilen einlädt. Die Kirche erhält einen neuen, gedeckten Zugang direkt auf den Kirchenplatz», heisst es im Bericht der Architheke AG.
Lutz Fischer steht im Herzstück des Neubaus, dem Kirchgemeindesaal. Die Lampen sind bereits montiert, stellt er erfreut fest. Es habe Platz für 80 Personen am Tisch. «Das ist deutlich kleiner als bisher. «Doch das ist ja das Ziel der ganzen Geschichte.»
In Mehrzweckräumen wird künftig der Unterricht für die reformierten Schülerinnen und Schüler stattfinden: «Wir sind jetzt raus aus der Schule, da wir dort nur zu Randstunden unterrichten konnten. Das führte zu vielen Abmeldungen.» Deshalb sei klar gewesen, dass sie irgendwann raus müssten aus der Schule.
Auch in Sachen Nachhaltigkeit punktet der Neubau: Er entspricht dem Minergiestandard. Auf dem Dach sind liegende Photovoltaik-Elemente verbaut, das Untergeschoss ist mit Recycling-Beton erstellt. Zudem gibt es einen Regenwassersammeltank und mittels Grundwasserwärmepumpe wird das Gebäude geheizt und Warmwasser erzeugt.
Abschied und Neuanfang
Am 6. September wird das alte Kirchgemeindehaus mit einem Gottesdienst verabschiedet. Ein Zeitzeuge wird als Gastredner Einblicke geben. Historische Fotos, Rundgänge durch das Haus und eine Plakatwand für persönliche «Highlights» wird es geben. Das alte Kirchgemeindehaus wird ab 2027 durch die Gemeinde für Schulraum und Tagesstrukturen genutzt.
Der Neubau wird am Sonntag, 1. November, eingeweiht. Auf dem Programm stehen nebst anderem ein Gottesdienst, Grussworte sowie am Nachmittag ein Familienkonzert mit Andrew Bond. Tickets dafür sind über Eventfrog erhältlich.










