Kunstrasen für 80er-Jahre-Platz?

Für 3,54 Mio. Franken soll auf dem Sportplatz Kreuzzelg ein Kunstrasen verlegt, Sitzstufen erstellt und ein Cricket-Trainingsplatz gebaut werden.
Der Gemeinderat Wettingen informierte am Montagmorgen über die Traktanden, die an der nächsten Einwohnerratssitzung vom 3. September zur Abstimmung kommen respektive zur Diskussion gestellt werden. Gemeinderätin Kirsten Ernst (SP) gab den Medienschaffenden die Informationen zum Sportplatz Kreuzzelg: Dieser wurde in den 80er-Jahren gebaut und muss nun saniert werden. Im Rahmen eines Gesamtkonzepts soll die Anlage in den nächsten Jahren saniert und erweitert werden. Für den Kunstrasenplatz wird die Gemeinde mit einem Betrag bis zu 400000 Franken aus dem Swisslos-Sportfonds unterstützt. Die Sportanlage soll in mehreren Etappen zwischen 2027 und 2034 umgebaut und auf den neusten Stand gebracht werden. Der Bau des Kunstrasenfeldes, von Sitzstufen für Zuschauer und eines Cricket-Trainingsplatzes soll 3,54 Mio. Franken kosten. Die Sanierung von zwei Naturrasenfeldern sowie der Bau eines zusätzlichen Trainingsfelds erfolgen später. «Die Anlage kann während rund 3700 Stunden genutzt werden, das ist mehr als doppelt so viel wie heute», sagte Kirsten Ernst. In der dritten Bauetappe sollen auch neue Garderobengebäude dazukommen. Nicht nur gute Erfahrungen hatte die Gemeinde mit dem temporären Kunstrasenplatz im Margeläcker gemacht. Vandalen hinterliessen Brandlöcher im Rasen. «Das ist unsere Gesellschaft, leider. Doch mit der längeren Nutzungszeit sollte auch eine soziale Kontrolle da sein», so Kirsten Ernst.
Nachbesserungen an Schulhaus
An der Einwohnerratssitzung kommen auch Optimierungen am Schulhaus Zehntenhof aufs Tapet. Gemeinderat Martin Egloff (FDP) erklärte, dass am 2017 erstellten Schulhaus Zehntenhof Verbesserungsbedarf bestehe. Dies hätten Rückmeldungen aus dem Schulbetrieb gezeigt. Für eine verbesserte Akustik sollen Schallschutzplatten an Wänden und Decken angebracht werden. Messungen eines Fachingenieurbüros hätten gezeigt, dass Nachhallzeiten in den Korridoren und Treppenhäusern über den empfohlenen Werten lagen. Für ein besseres Raumklima in den Sommermonaten sollen Stoffstoren durch Lamellenstoren ersetzt werden. Auch soll die Leistung der bestehenden Lüftungsanlage erhöht werden. Der dritte Punkt betrifft die Eingangstüren und deren Beschläge. Diese seien zu wenig robust und würden nun durch widerstandsfähigere Beschläge ersetzt. Dem Einwohnerrat wird für diese Nachbesserungen ein Kredit von 900000 Franken unterbreitet.
Bereits zum zweiten Mal kommt die Gemeinsame Wirtschaftsförderung für den Potenzialraum Aargau Ost vor den Einwohnerrat. Beim ersten Mal wollte der Rat den Standortentscheid von Hitachi abwarten. «Wettingen hat nur eine kleine Standortförderung», sagte Gemeindeammann Markus Haas (FDP). «Es ist mir wichtig, dass Wettingen mit seinen 22000 Einwohnerinnen und Einwohnern dabei ist.» Der Standortentscheid verdeutliche die Herausforderungen im Wettbewerb um Unternehmen, Investitionen und Fachkräften und unterstreiche die Bedeutung einer gemeinsamen, abgestimmten regionalen Wirtschaftsförderung.
Energieprogramm weiterführen
Ein weiteres Thema ist das Förderprogramm Energie. Dieses soll unbefristet weitergeführt und gezielt angepasst werden. Martin Egloff erklärte, dass bereits gegen Mitte der zweiten Jahreshälfte die verfügbaren Fördermittel jeweils ausgeschöpft seien. Im Bereich Photovoltaik ist das Interesse besonders gross, heisst es von Seiten des Gemeinderates. Das Programm wird über einen Zuschlag auf den Strompreis der Energie Wettingen AG finanziert. Nun sind Anpassungen vorgesehen: So sollen die Batteriespeicher neu gezielt unterstützt werden, um den Eigenverbrauch von Solarstrom zu erhöhen. Wärmepumpen für Neubauten sollen künftig nicht mehr gefördert werden. Der Grund: «Das ist ein Selbstläufer, es geht um die Anschubfinanzierung», so Egloff. Schliesslich sollen die Förderbeiträge für Photovoltaikanlagen reduziert werden.


