Gedanken zum Jahresende: Markus Mötteli stösst heuer virtuell an

Spreitenbachs Vizepräsident hofft, im 2021 wieder mehr Menschen zu begegnen. Ein Aus- und Rückblick in seinen Worten.

Für Markus Mötteli gab es auch viel Positives im Jahr 2020.  Alexander Wagner/Archiv
Für Markus Mötteli gab es auch viel Positives im Jahr 2020. Alexander Wagner/Archiv

«Liebe Spreitenbacherinnen, liebe Spreitenbacher, 2020 geht zu Ende. Die Festtage stehen vor der Tür. Doch Weihnachten feiern, wie ich es seit 60 Jahren kenne, ist kaum möglich. Das traditionelle Beisammensein im Familienkreis verbietet sich aus Vernunftsgründen, obwohl ich weiss, wie gerne meine Eltern alle ihre Kinder und Enkel am gleichen Tisch versammelt sehen. So werden wir dieses Jahr in der Kleinfamilie zusammensitzen und dank elektronischen Hilfsmitteln virtuell anstossen.

In der vergangenen Silvesternacht hätte ich nie gedacht, welche Krise da auf uns zukommt. Ist rückblickend nun aber das vergangene Jahr zum Vergessen? Konzentrieren wir uns ab sofort aufs 2021? Die traditionell besinnlichen Festtage werden wohl dieses Mal noch ruhiger und geben Gelegenheit für einen Rück- und Ausblick. Wir hoffen alle, dass die negativen Schlagzeilen von 2020 bald vergessen sein werden. Mit der ersten Coronawelle waren wir gezwungen, viele lieb gewonnene Gewohnheiten vorerst aufzugeben. Aber war alles nur negativ? Mit dem Arbeiten zuhause und den Einschränkungen im Einkaufs- und Freizeitverhalten hatte ich plötzlich mehr Zeit. Entschleunigung war das Stichwort. Statt zu pendeln, konnte ich das Abendessen mit meiner Frau früher geniessen und plötzlich war meine Agenda an den Abenden leer.

Vielleicht sollten wir uns fragen, ob wir wirklich all die Freizeitaktivitäten, das ständige Auf-Trab-Sein oder die jährliche Fernreise brauchen. Viele haben in diesem Jahr die Schönheiten Spreitenbachs kennen gelernt und schätzen die Erholung im nahen Wald oder an der Limmat. Vergessen wir das nicht.

Neben dem allgegenwärtigen Thema Covid-19 war 2020 in Spreitenbach ein bedeutsames Jahr. Wann traten im selben Jahr zwei Gemeindepräsidenten zurück? Und wann treffen sich in Spreitenbach fast 1000 Stimmberechtigte zu einer Gemeindeversammlung? Auch wenn beides einmalig war, wünsche ich mir, dass sich das Zweite, das starke Engagement, öfters wiederholt. Beeindruckt hat mich auch die gelebte Solidarität der Spreitenbacher Jugend: In spontan gebildeten Gruppen halfen sie älteren und kranken Einwohnern beim täglichen Einkaufen. Herzlichen Dank an die Helfer.

Besinnen wir uns also für das neue Jahr auf das Wesentliche. Auf keinen Fall verzichten möchte ich auf die Begegnungen mit Menschen: Familie, Freunden, Arbeitskollegen, Bekannten und allen Spreitenbacherinnen und Spreitenbachern. Dies kam 2020 eindeutig zu kurz.

Da wir uns nicht persönlich an einem Neujahrsapéro treffen und gegenseitig Glückwünsche austauschen können, hebe ich mein Glas und proste Ihnen auf diesem Weg zu. Ich wünsche Ihnen gute Gesundheit, friedliche Festtage und einen guten Rutsch ins neue Jahr, das uns allen wieder etwas mehr Normalität bringen soll.» (LiWe)

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