Spiel, Satz und Sieg: «Ich will Profispielerin werden»

Lorena Quartararo hat sich den Aargauer-Meister-Titel im Tennis geholt. Das Nachwuchstalent hat grosse Ziele und nicht und niemand hält sie davon ab.

Lorena Quartararo aus Neuenhof will Tennisprofi werden. (Barbara Scherer)

Lorena Quartararo aus Neuenhof will Tennisprofi werden. (Barbara Scherer)

Für ihren Traum ist die Neuenhoferin bereit einiges aufzugeben. (Barbara Scherer)

Für ihren Traum ist die Neuenhoferin bereit einiges aufzugeben. (Barbara Scherer)

Ihr grosses Vorbild ist Roger Federer. (Barbara Scherer)

Ihr grosses Vorbild ist Roger Federer. (Barbara Scherer)

Lorena Quartararo sitzt schüchtern auf ihrem Stuhl. Sie hält ihre Antworten knapp und lächelt immer wieder verlegen. Die 12-Jährige spricht nicht gerne darüber, sie tut es lieber: Tennis spielen. Gerade einmal drei Jahre schwingt die Neuenhoferin regelmässig den Schläger und hat es bereits zur U14-Aargauer-Meisterin geschafft.

Beide Eltern und auch Lorenas kleiner Bruder haben heute ihren Weg zum Tenniscenter Birrhard gefunden, sogar der Familienhund ist dabei. «Das ist nicht immer so», sagt Vater Michel Quartararo.

Doch seit es mit Lorenas Tenniskarriere steil bergauf geht, habe sich das Familienleben schon stark verändert. Im Fernseher läuft nun regelmässig Tennis und beim Nachtessen wird über Aufschlagtechniken und Fussfehler diskutiert. Und an den Wochenenden verzichtet Papa Michel auch gerne aufs Ausschlafen und fährt seine Tochter an die Wettkämpfe.

Roger ist ihr grosses Vorbild

Beide Eltern unterstützen die Sportkarriere ihrer Tochter und sind auch bereit, tief ins Portemonnaie dafür zu greifen. «Wir müssen uns nun überlegen, wie das weitergehen soll mit der Schule. Eine Sportschule wäre natürlich optimal», sagt Mutter Angela Quartararo.

Dabei puschen die Eltern ihre Tochter nicht, alles geschehe nach dem Willen von Lorena. Das Mädchen nickt eifrig und sagt: «Ich will Profispielerin werden.»

Roger Federer sei ihr grosses Vorbild. Wegen ihm habe sie überhaupt erst mit Tennis angefangen. «Frauentennis schaue ich nicht, ich mag Männertennis viel lieber», sagt Lorena und ihr Vater fügt lachend an: «Sie spielt auch wie ein Mann.»

Von einem Club zum nächsten

So hatte das junge Tennistalent bereits mit sieben Jahren in Neuenhof zum ersten Mal einen Schläger in der Hand. Weil in ihrer Heimatgemeinde eine Halle fehlt, hörte sie jedoch wieder auf.

«Ich habe dann eine Weile Zumba ausprobiert, aber das war nichts für mich: Ich will Tennis spielen», sagt Lorena und lächelt, doch ihr Blick bleibt ernst.

Also suchte Mama Angela nach einem neuen Tennisclub. In Wettingen startete Lorena dann erneut. Jedoch verstand sich das Mädchen nicht mit ihren Mitspielerinnen.

Das führte Lorena schliesslich zum Tennisclub Spreitenbach. Zusammen mit ihrem Vater ist sie dort Vereinsmitglied. «Ich bin nur dabei, damit Lorena spielen kann. Aber sie schlägt mich inzwischen sowieso immer», sagt Michel Quartararo und schmunzelt.

Es ist nie genug

Zwei Mal in der Woche steht Lorena auf dem Tennisfeld in Spreitenbach und seit neustem trainiert sie weitere zwei Mal in Birrhard: Sie brauche mehr Herausforderung.

«Es ist nie genug für Lorena, sie will immer höher hinaus», sagt Michel Quartararo und blickt seine Tochter an. Lorena verzieht kurz den Mund und nickt. Sogar nach ihrem Sieg zur Aargauer Meisterin hielt die Neuenhoferin fest, dass es nicht gut genug gewesen sei.

«Lorena hat einen wahnsinnigen Kampfgeist», sagt Angela Quartararo. Wenn sie etwas wolle, gehe sie mit dem Kopf durch die Wand.

Freunde finden den Sport doof

So stört sich das junge Tennistalent auch nicht am Missmut ihrer Schulfreunde: «Sie finden den Sport doof und wollen, dass ich weniger trainiere», sagt Lorena gelassen. Denn das ist keine Option für die Neuenhoferin.

Sie will hoch hinaus und ist bereit, dafür einiges aufzugeben: Sogar in ein Sportinternat würde sie gehen. «Echt?», sagt Michel Quartararo erstaunt und fügt an: «Wow, dann muss sie es ja wirklich wollen.» Er wolle seiner Tochter helfen, ihren Traum zu verwirklichen, doch er hätte Lorena gerne noch eine Weile zu Hause.

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