Kein Rinnsal mehr: Die Dorf-Brunnen führen wieder Wasser

Seit kurzem werden alle sieben Dorfbrunnen in Neuenhof wieder mit Wasser gespiesen. Allerdings mit Trinkwasser. Warum die Quelle ihren Dienst nicht mehr wie gewohnt erfüllt, wird abgeklärt.

Petra Kuster Genry zeigt auf dem Plan, wo die Trinkwasser- und Quellwasserleitungen parallel verlaufen.
Petra Kuster Genry zeigt auf dem Plan, wo die Trinkwasser- und Quellwasserleitungen parallel verlaufen.

Im Sommer haben sich Anwohner von der Dorfstrasse bei den Regionalwerken gemeldet und sich darüber beschwert, dass einige der sieben Dorfbrunnen kein Wasser mehr führen», sagt Gemeinderätin Petra Kuster Gerny. Dieses Problem sei nicht ganz neu, schon im letzten Sommer seien teilweise nur Rinnsale aus den Brunnenröhren geflossen, erinnert sich Kuster. Dies habe die Algenbildung begünstigt, was weder schön noch erwünscht sei.

«Das Wasser aus den Brunnen wird geschätzt, nicht nur von durstigen Hunden, sondern auch von einigen Anwohnern, die damit ihre Pflanzen und Gemüsegärten giessen», betont Kuster. Dieses Wasser fehlte diesen Sommer wiederum und erregte die Gemüter erneut. «Deshalb wollte ich zusammen mit dem Brunnenmeister Markus Gsell diesem Thema auf den Grund gehen», sagt Kuster. Man habe die Quelle aufgesucht und geprüft, ob der Zu- oder Abfluss verstopft sei. Dem war nicht so.

Nur sechs Liter pro Minute

Nun werde ein Geologe zugezogen, der sich der Sache annehme. Möglich wäre, dass sich die Quelle einen anderen Weg gesucht habe. Möglich sei auch, dass es am Fassungsrohr Lecks gebe. Dies könnte mit einer Kamera getestet werden. Bis der Grund bekannt ist, warum die Quelle aktuell nur sechs Liter pro Minute liefert anstelle von 60 bis 70, werden die Brunnen mit Trinkwasser gespiesen.

Die Leitungen der Quelle und des Trinkwassers verlaufen parallel, was dieses Unterfangen erleichtert. «Es ist in einigen Gemeinden üblich, etwa in Baden, dass die Brunnen ans Leitungsnetz angeschlossen sind», sagt Kuster. Deshalb habe man sich auch in Neuenhof für diese Lösung entschieden. Um die Dorfbrunnen mit genügend Wasser zu versorgen, seien lediglich sechs Liter Trinkwasser pro Minute nötig. Zudem fliesse das Restwasser ja in den Feuerwehrteich, erläutert Kuster die Übergangslösung.

Die Gemeinde sei zudem in der glücklichen Lage, im Verbund mit Wettingen und Würenlos an das Grundwasserpumpwerk Tägerhardwald angeschlossen zu sein. Eine optimale Versorgung der Bevölkerung mit Frischwasser sei damit jederzeit gewährleistet. Man hofft nun, in wenigen Wochen einen detaillierten Bericht vom Geologen zu haben, der Aufschluss über das Quellwasserproblem gebe. «Ich bin sicher, dass ich an der nächsten Gemeindeversammlung entsprechende Resultate präsentieren kann», zeigt sich Kuster zuversichtlich.

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