Adventszeit: Kirche will mehr Menschen in den Gottesdienst locken

Die Katholische Kirchgemeinde in Neuenhof und Killwangen hat zum ersten Mal ein Jahresmotto entwickelt und will damit mehr Menschen in die Kirche holen.

Peter Zürn <em>vor dem Zählrahmen, der zum neuen Jahresmotto erstellt wird. (Barbara Scherer)</em>
Peter Zürn <em>vor dem Zählrahmen, der zum neuen Jahresmotto erstellt wird. (Barbara Scherer)</em>

Die Holzbänke bleiben während des Gottesdienstes seit Jahren fast leer. Doch sonst herrscht reges Treiben in den Kirchgebäuden. «Verschiedenste Vereine arbeiten in Neuenhof mit der Katholischen Kirchgemeinde zusammen und organisieren jede Menge Anlässe», sagt Peter Zürn, Pastoralassistent in Neuenhof und Killwangen.

Seit drei Jahren arbeitet der 54-Jährige in den beiden Aargauer Kirchgemeinden. Dieses Jahr hat er zusammen mit der Pastoralassistentin Yvonne von Arx und der Jugendarbeiterin Gabi Pollinger zum ersten Mal ein Motto für das Jahr kreiert: «1+1 = 3».

Vereine waren wegweisend

Unter der mathematisch falschen Rechnung stehen alle kirchlichen Veranstaltungen ab dem ersten Advent. «Das Kirchenjahr beginnt früher als das säkulare Kalenderjahr», erklärt Zürn.

Wegweisend seien die Vereine rund um die Kirchgemeinde gewesen. Oftmals wissen diese nichts voneinander. So haben sich beispielsweise Jungwacht und Blauring noch nie mit dem Seniorennachmittag getroffen. Das wollte Peter Zürn ändern. Bereits im Sommer organisierte der Seelsorger ein Treffen mit allen Vereinen, die in den Kirchenräumen aktiv sind.

Zusammen wurde das neue Jahresprogramm entworfen. «Gemeinsam schafft man mehr», so Zürn. Miteinander für die Gemeinschaft: Genau dafür steht das neue Jahresmotto. Denn wenn zwei sich zusammentun, entstehe daraus einfach mehr.

Gute Erfahrungen mit Motto

In Killwangen hat Peter Zürn bereits erste Erfahrungen mit einem Motto gemacht: Vergangenes Jahr fanden zum 600-Jahr-Jubiläum des Heiligen Bruders Klaus verschiedenste Anlässe statt.

«Damit habe ich gute Erfahrungen gemacht», so Zürn. Er hoffe, dass die Veranstaltungen auch Personen anziehen, die nicht aktiv in die Kirche gehen. «Jeder kann kommen, so oft er will.»

Wobei die Adventszeit immer viele Menschen in die Kirche lockt. Der Familiengottesdienst am Heiligabend füllt die Kirchenbänke bis auf den letzten Platz. Darüber freut sich Peter Zürn: Es sei schön, dass Weihnachten ein Fest für die Gemeinschaft ist.

Gemeinschaftsgefühl lockt in die Kirche

Doch besuchen die meisten nicht einfach der Tradition wegen die Kirche? «Nein, die Leute kommen, weil sie wollen», sagt Zürn und fügt an: «Wer als Familie gut leben möchte, braucht die Gemeinschaft, und das ist während der Adventszeit spürbar.»

So startet die Kirchgemeinde mit dem neuen Jahresmotto am ersten Advent: Ein überdimensionaler Zählrahmen wird aufgestellt und gesegnet. Jeder Verein bekommt einen Holzklotz, den er gestaltet und nach seinem Anlass am Rahmen anbringt.

Zürn: «So entsteht übers Jahr ein Zählrahmen mit 50 Klötzen: Aus vielen Einzelteilen wird etwas Grosses.»

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