«Das letzte Wort»

Rekordzahlen in den Bädern, Hitzerekorde, tropische Nächte noch und noch. Wo einmal grüne Wiesen waren, sind nur noch braune Flecken. Und das Waldbild ähnelt jenem im Herbst. Das ist mit dem Kälteeinbruch von letzter Woche – bei einem Temperaturrückgang um rund 12 Grad kann man davon sprechen – vorbei. Diese Woche soll sich der Hochsommer nochmals zurückmelden, aber nur kurz. Auf die Wetterprognosen, die diversen Apps, konnte man sich sowieso nicht mehr verlassen, so das Bauchgefühl.
Ganz besonders stark trafen die Auswirkungen des trockenen und hitzigen Sommers die Landwirtschaft. Oliver Rutz vom Bürgerhof Spreitenbach erklärt, wie ihn die Suche nach Winterfutter gestresst habe (Artikel S. 12). Glücklicherweise wurde er noch bei einem Händler fündig und Bio-Suisse erteilte den Schweizer Bio-Bauern die Erlaubnis, auch konventionelles Futter zuzukaufen. Trotzdem muss er wegen der Futterknappheit drei bis fünf Kühe vorzeitig schlachten. Auch finanziell gibt es Einbussen.
Die Hitze und die Trockenheit haben etwas mit uns gemacht: Anfangs freuten wir uns über die endlosen Tage voller Sonnenschein. Abkühlung in Badis, Seen oder Flüssen war jeden Tag möglich. Das Feriengefühl à la Süditalien stellte sich ein. Doch je länger die Hitze dauerte, umso dünnhäutiger wurden wir. Weil: Die alltägliche Routine stellt sich als äusserst beschwerlich heraus. Was sollen denn die Arbeiter auf dem Bau sagen? Auch Oliver Rutz gesteht, dass er es äusserst anstrengend fand, in der Hitze zu arbeiten. Und er hatte Mitleid mit den Menschen im Büro: Bei über 30 Grad im Büro könne man aber auch nicht mehr arbeiten, da leide doch die Konzentration. Stimmt – aber wir müssen nicht Tiere vorzeitig schlachten.
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