«Das letzte Wort»

Sibylle Egloff Francisco, Redaktorin
Sibylle Egloff Francisco, Redaktorin

Dürre, Wasserknappheit und heisse Temperaturen: Der Sommer 2026 jagt einen Rekord nach dem anderen – der Klimawandel lässt grüssen. Profitiert von der anhaltenden Hitze haben die Freibäder. So vermelden sowohl das Wettinger Gartenbad Tägi als auch die Badi Wiemel in Würenlos eine Rekordsaison (siehe Artikel auf Seite 16/17).

Auch meine Familie und ich gehören zu den Menschen, die angesichts dieses aussergewöhnlichen Sommers Zuflucht im Freibad suchten. Ich weiss nicht, ob ich jemals so viel in der Badi war wie diese Saison. Wenn ich all meine Freibadbesuche in den vergangenen fünf Jahren zusammenzähle, komme ich vermutlich auf weniger Eintritte als 2026.

Die Badi wurde für uns zu einer Art zweitem Wohnzimmer. Denn in der eigenen Stube hielten wir es trotz Kühlen und Lüften in der Nacht und Ventilator am Tag nicht lange aus. Die Kinder zogen morgens automatisch ihre Badekleider an, weil sie bereits wussten, wo es später hingehen wird.

In den Sommern zuvor zitterten wir immer, wenn wir den Wetterbericht anschauten und er fürs Wochenende oder die Ferienzeit Regen und einen Temperatursturz prophezeite. Ein Szenario, das dieses Jahr ausblieb. Mit den verdorrten und braunen Wiesen sowie den tropischen Nächten rückte der Süden zu uns nach Hause. Den Gotthard-Stau und lange Autofahrten konnte man sich sparen.

Die Badi wurde zum spontanen Treffpunkt. Bekannte und Freunde, die wir seit längerem nicht mehr gesehen hatten, tauchten auf und setzten sich mit ihren Badtüechli neben uns. Die Hitze bescherte uns viele tolle Momente und unerwartete Begegnungen – auch wenn sie uns insgeheim etwas beunruhigte.

Und nun hat diese Woche der lang ersehnte Regen eingesetzt. Die Abkühlung ist eine Erleichterung. Und trotzdem werde ich leicht wehmütig, dass der Sommer, in dem wir Badi-Dauergast waren, jetzt zu Ende ist. Feedback an:

sibylle.egloff@chmedia.ch

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