«Das letzte Wort»

Sibylle Egloff Francisco, Redaktorin
Sibylle Egloff Francisco, Redaktorin

Es ist immer das Gleiche. Doch es ist vertraut und es ist eine schöne Abwechslung, wenn man sich mal nicht an etwas Neues gewöhnen muss. Ich rede vom «Wettiger Fäscht», das mich schon mein ganzes Leben begleitet. Aufgewachsen an der Ryffelstrasse gleich gegenüber der Brühlwiese, konnte ich mich dem Fest vor der Haustür sowieso nicht entziehen. Bis spät in die Nachtstunden lauschte ich nach dem Festbesuch den Konzertauftritten und den gut gelaunten Leuten von meinem Kinderzimmer aus.

Je älter ich werde, desto mehr entferne ich mich geografisch vom Ort des Geschehens. Zuerst zogen wir an den Wettinger Bahnhof und vor elf Jahren verliess ich mein Heimatdorf. Doch fürs «Wettiger Fäscht» komme ich gerne wieder «nach Hause». Jetzt als Mutter ist es mir wichtig, dass meine Kinder einen Bezug zu dem Ort haben, in dem ich aufgewachsen bin. Schliesslich ist Wettingen auch ihre Heimatgemeinde. Diese sollen sie mit guten Erinnerungen verbinden. Das «Wettiger Fäscht» bietet dazu ja die besten Voraussetzungen.

Endlose Runden auf dem Karussell, der erste Kuss als Teenager, ausgelassene Nächte in den Partyzelten, Fackelspiesse und Langos: Das Fest vor den Sommerferien ist eine Konstante. Doch das Leben drum herum verändert sich. Das haben wir auch dieses Jahr feststellen müssen: Mein Mann traf per Zufall auf einen ehemaligen Mitschüler, mit dem er vor zehn Jahren einen Sprachkurs besucht hatte. Damals war er frisch in die Schweiz gezogen, wir waren noch nicht verheiratet und hatten auch noch keine Kinder.

Deshalb bin ich froh, dass wenigstens das «Wettiger Fäscht» mit ein paar kleinen Anpassungen noch das Gleiche geblieben ist. Wenn ich auf der Brühlwiese für kurze Zeit die Augen schliesse, denke ich an das kleine Kind in mir, das im Bett liegt und trotz Musik und Jubel zufrieden einschläft.

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