«Wir sind auf einem guten Weg»

Sami Hashmi wurde zum Vizeammann gewählt. zVg
Sami Hashmi wurde zum Vizeammann gewählt. zVg

Sami Hashmi ist neuer Vizeammann, der Gemeinderatssitz bleibt leer. Im Interview sagt Hashmi, worauf er sich freut und wovor er Respekt hat.

Mit 125 Stimmen wurde Sami Hashmi am Sonntag von der Stimmbevölkerung als Vizeammann gewählt. Fürs Amt als Gemeinderat stellte sich niemand zur Verfügung. Die Wahl war nötig, weil Christine Gisler im April ihre Demission bekannt gegeben hatte. Sie war seit Anfang Jahr auch Frau Vizeammann, weshalb auch dieses Amt spätestens mit ihrem Austritt wieder besetzt werden musste.

Sie wurden am Sonntag zum Vizeammann gewählt, sind Sie zufrieden mit dem Ergebnis? Sami Hashmi (parteilos): Ja, ich bin sehr froh über das Resultat. Das Stimmenverhältnis war sehr deutlich, das freut mich natürlich. Die Wahlbeteiligung war mit 11,6 Prozent zwar eher tief – das ist bei einer reinen kommunalen Ersatzwahl ohne nationale Vorlage aber nicht ungewöhnlich. Umso mehr schätze ich es, dass die Personen, die sich die Zeit genommen haben, mir so klar ihr Vertrauen ausgesprochen haben.

Worauf freuen Sie sich? Ganz ehrlich, für mich geht vieles einfach weiter. Ich bleibe im Ressort Bildung und Musikschule tätig, wo wir uns weiterhin auf dem Weg der Stabilisierung befinden. Neu kommt jetzt die Verantwortung als Stellvertreter des Gemeindeammanns dazu, zudem werde ich auch die einen oder anderen Themen zusätzlich übernehmen. Ich freue mich, dass ich jetzt noch näher an den Geschäften des ganzen Gemeinderats dran bin und nicht nur für mein Ressort, sondern für das ganze Dorf Verantwortung mittrage.

Wovor haben Sie in Ihrer Rolle als Vizeammann Respekt? Im Bedarfsfall den Gemeindeammann kompetent und glaubwürdig vertreten zu müssen. Das ist eine grosse Verantwortung, besonders wenn wichtige oder heikle Entscheide anstehen. Mir ist wichtig, mit meiner neuen Rolle auch weiterhin zu einem guten und konstruktiven Miteinander im Gremium beizutragen.

Sie sind nun ein gutes halbes Jahr im Amt: Wie haben Sie sich eingelebt? Es ist eine tolle, erfüllende Aufgabe, die mir sehr viel Freude bereitet. Was mir dabei besonders gefällt, ist das Team – im Gemeinderat wie in der Verwaltung ziehen wir wirklich an einem Strang. Genauso schätze ich den Kontakt mit der Bevölkerung, die Begegnungen sind herzlich und unkompliziert, das gibt mir zusätzlich viel Motivation.

Ihre Vorgängerin gab als Grund ihrer Demission anhaltende Konflikte mit dem Gemeindeammann und den Gemeindeschreiberinnen an. Ziehen wirklich alle an einem Strang? Ich bin seit Januar im Amt und habe die vorherige Zeit nicht selbst miterlebt, kann die damalige Situation also nicht im Detail beurteilen. Seit meinem Amtsantritt erlebe ich die Zusammenarbeit mit dem Gemeindeammann und den Gemeindeschreiberinnen als sachlich und lösungsorientiert. Für mich ziehen alle am gleichen Strang. Unterschiedliche Meinungen und Diskussionen gehören dazu – wichtig ist, dass wir bei Differenzen im Gespräch bleiben und gemeinsam nach tragfähigen Lösungen suchen.

Was waren ihre bisherigen Meilensteine? Drei Dinge: Erstens konnte ich mir in meinem Ressort das nötige Vertrauen und die notwendige Sicherheit erarbeiten. Zweitens durfte ich an wichtigen Projekten im Gemeinderat mitarbeiten, etwa im Bereich der Tagesstruktur. Und drittens konnte ich erste Beziehungen und Netzwerke über Killwangen hinaus aufbauen.

Das Ressort Bildung ist kein einfaches, da es in Killwangen in den vergangenen Jahren immer wieder zu Herausforderungen kam. Wie läuft es zurzeit? Wir sind auf einem guten Weg Richtung Stabilisierung. Nach den Sommerferien können alle Klassen wieder mit Lehrpersonen starten, das ist schon mal eine sehr gute Nachricht. Besonders die Zusammenarbeit mit dem Schulleiter ist eng und vertrauensvoll. Wir sehen bereits erste Erfolge bei der Führungsstruktur sowie bei Kultur und Prozessen in der Schule. Das wurde auch im Standortgespräch mit dem Departement Bildung, Kultur und Sport (BKS) bestätigt. Uns wurde ein guter Weg attestiert.

Wo gibt es noch Handlungsbedarf? Bei gewissen Infrastrukturthemen, wie zum Beispiel der IT-Ausstattung der Schulräume, braucht es noch Verbesserungen, an denen wir dran sind. Grundsätzlich gilt: Stabilität und Qualität lassen sich nicht von heute auf morgen erreichen, das braucht weiterhin Zeit. Dass dabei auch mal ein Rückschlag passieren kann, ist mir bewusst, davor habe ich Respekt. Ich bin aber zuversichtlich, dass wir insgesamt in die richtige Richtung unterwegs sind.

Christine Gisler tritt per sofort zurück

«Für mich hat es nicht mehr gestimmt, deshalb habe ich das Gespräch mit dem Kanton gesucht», begründet Christine Gisler (parteilos) ihren sofortigen Rücktritt. Ursprünglich hatte sie geplant, als Gemeinderätin im Amt zu bleiben, bis ein Ersatz für sie gewählt ist. Nachdem als Vizeammann jemand zur Verfügung stand, jedoch niemand als zusätzlicher Gemeinderat, hätte sie ihr Amt nur noch als Gemeinderätin weiterführen können – ohne Vize-Titel. «Das fand ich unangebracht», sagt Christine Gisler. Das Amt habe ihr gefallen und sie schliesst auch nicht aus, wieder einmal auf Gemeindeebene zu politisieren. «Jedoch nicht in dieser Zusammensetzung.» Künftig will sich Gisler bei «Rent a Rentner» engagieren, einer Online-Arbeitsvermittlungsplattform für Rentnerinnen und Rentner. (bär)

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