Vorwürfe und Rücktritt

Spannungen: Vizeammann Christine Gisler (l.) und Ammann Markus Schmid.zVg
Spannungen: Vizeammann Christine Gisler (l.) und Ammann Markus Schmid.zVg

Die Killwangener Frau Vizeammann Christine Gisler (parteilos) tritt zurück und begründet dies mit anhaltenden Konflikten. Gemeindeammann Markus Schmid (Mitte) widerspricht ihrer Darstellung. Die Schaffung von Tagesstrukturen soll wegen der Spannungen nicht verzögert werden.

Christine Gisler hat ihre Demission als Vizeammann und Gemeinderätin eingereicht, teilte die Gemeinde am Montagmorgen mit. Gisler war seit 2022 Mitglied der Exekutiven und wurde im Herbst in ihr aktuelles Amt als Frau Vizeammann gewählt.

Bereits am Samstag hatte das «Badener Tagblatt» über den Rücktritt berichtet. Die parteilose Politikerin begründet den Rücktritt im Bericht mit anhaltendem Druck innerhalb der Gemeinde. Im Zentrum ihrer Kritik stehen der Gemeindeammann und die Verwaltung. «Mir wurden vom Gemeindeammann und von den Gemeindeschreiberinnen Steine in den Weg gelegt. Auf subtile und perfide Weise.» Gisler schildert wiederholte Spannungen und mangelndes Vertrauen. Sie habe Informationen überprüfen müssen und sei auf Widerstand gestossen.

Besonders prägend war für sie die Arbeit an den Tagesstrukturen. Für das Projekt bewilligte die Gemeindeversammlung einen Kredit von 1 Million Franken (Die Limmatwelle berichtete). Der Weg dahin sei von Unsicherheiten und Verzögerungen geprägt gewesen. Gisler sieht darin ein Beispiel für die Schwierigkeiten in der Zusammenarbeit.

Termin der Ersatzwahlen noch unklar

Gemeindeammann Markus Schmid weist die Vorwürfe zurück. «Sie sind haltlos, entbehren jeder Grundlage und sind in dieser Form nicht akzeptabel», sagt Schmid gegenüber dem «Badener Tagblatt». Die Demission sei nicht vom Gemeinderat gewünscht gewesen.

Gegenüber der Limmatwelle sagt er, dass er versuchen werde, mit Christine Gisler das Gespräch zu suchen. Denn erfolgt ein Rücktritt nicht aus gesundheitlichen Gründen, bleibt die Person im Amt, bis eine Nachfolgerin oder ein Nachfolger gefunden wird. Die gewählten Politiker werden also bis zur Neuwahl weiterhin zusammenarbeiten.

Auf Nachfrage der Limmatwelle sagt Schmid, dass noch nicht klar ist, wann die Ersatzwahl stattfindet. Er geht davon aus, dass es aufgrund der Fristeneinhaltung nicht mehr auf die nächste Abstimmung reicht. Entweder wird ein separater Abstimmungstermin gewählt oder am übernächsten Abstimmungssonntag im September ein Ersatz gewählt. Gisler bestätigt auf Anfrage der Limmatwelle, dass sie ihr Amt «nach bestem Wissen und Gewissen» weiterführen werde.

So gehts mit Tagesstrukturen weiter

Wie geht es nach dem Rücktritt nun bezüglich Tagesstrukturen weiter? Sowohl Gisler als auch Schmid bestätigen, dass das Projekt bis zur Wahl eines neuen Mitglieds des Gemeinderats weiterhin von Gisler geleitet wird. Der Gesamt-Gemeinderat hat den Standort angrenzend an den Schulrasenplatz entlang der Kirchstrasse bestimmt.

Das Architekturbüro «Architheke» ist dran, das Baugesuch vorzubereiten. Gleichzeitig erarbeitet der Gemeinderat eine Vereinbarung mit der geplanten Betreiberin «Elements4kids». Es ist vorgesehen, dass sie die Tagesstrukturen leiten wird.

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