Die Sprache lernen mit Musik und Liedern

Rita Furter geht in Pension. Für sie wird eine Nachfolge gesucht. zVg
Rita Furter geht in Pension. Für sie wird eine Nachfolge gesucht. zVg

Die Gemeinde Killwangen sucht eine Nachfolgerin für das MuKi-Deutsch. Stelleninhaberin Rita Furter wird pensioniert. Sie erzählt, was wichtig ist in diesem Job.

Das Mutter-Kind-Deutsch in Killwangen gibt es seit dem Schuljahr 2023/2024. Damals befand Kindergärtnerin Esther Frei, dass sie ein Kindergartenkind mit wenigen Deutschkenntnissen nicht einfach ins Deutsch schicken könne. Sie stellte einen Antrag an die Gemeinde und so entstand das MuKi-Deutsch, das natürlich auch Väter besuchen dürfen. «Wir haben damals an den Begriff ElKi-Deutsch – als Eltern-Kind-Deutsch – gedacht, doch das MuKi war geläufiger», sagt Rita Furter. Sie hat das Projekt bis anhin geleitet und wird nun pensioniert. Aus diesem Grund sucht die Gemeinde eine Nachfolge.

Wie werden Leute motiviert?

Anfangs unterrichtete sie mit Kollegin Katharina Humbel, da waren es rund 10 Lektionen pro Woche. Mit der Zeit hat der Bedarf abgenommen und sie unterrichte allein noch während zweier Lektionen wöchentlich.

Wie genau sich das MuKi-Deutsch vom Deutsch als Zweitsprache (DaZ) unterscheidet, erklärt Rita Furter: «Man arbeitet mit Liedern und Musik im MuKi-Deutsch. Es ist das Spielerische und Musische, das gebraucht wird.» Es werden vor allem alltägliche Dinge besprochen beziehungsweise als Thema genommen. Beim DaZ hingegen, das Kinder in Killwangen meist bis zur 3./4. Klasse besuchen, obwohl es bis zur 6. Klasse möglich wäre, lässt vermehrt Grammatikalisches einfliessen.

Für Rita Furter war es stets eine Herausforderung, für das Angebot Leute zu finden. «Wie bringe ich die Leute dazu, dass sie ins MuKi-Deutsch kommen? Wie mache ich Werbung?», hat sie sich gefragt. Auch findet sie es essenziell, dass die MuKi-Deutsch-Lehrperson eine pädagogische Grundausbildung habe. «Es ist nicht wie in der Erwachsenenbildung, sondern hier sind die Kinder fest miteinbezogen.»

In Killwangen ist es so, dass es Einzellektionen gibt. «Wir haben die grandiose Situation, dass nur ein Kind mit Mutter in die Lektion kommt. Die Mutter kann mich packen, man ist auch ein Kontaktposten. Natürlich ist es so, wenn beispielsweise zwei Cousins in den Unterricht kommen möchten, dann werden sie miteinander unterrichtet.»

Sie erzählt, dass viele Mütter mit Anfragen zu einem bestimmten Thema gekommen seien oder sie hätten ein Formular mitgebracht. Rita Furter war auch Anlaufstelle für Grundsätzliches. «Es wurde eine Beziehung aufgebaut und gepflegt.» Noch heute werde sie angerufen von Menschen, die mal bei ihr im MuKi-Deutsch waren, oder man schreibe einander. Kontakt pflegen, das ist schön.

Was, wenn man niemanden findet? Sie wisse nicht, wie es sich entwickle. «Ich hoffe einfach, dass weitergesucht wird. Das Projekt sei es wert, dass es lebt», sagt sie.

Interessierte können sich bei der Gemeindeverwaltung Killwangen melden unter gemeindekanzlei@killwangen.ch, Tel. 056 418 10 60.

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