Auf der Frühschicht im Meierbädli
Bevor die ersten Gäste ins Wasser steigen, wird geputzt, gemessen und kontrolliert. Ein morgendlicher Augenschein im Meierbädli.
Vor einer Woche, kurz nach sieben Uhr am Morgen. Noch ist das Wasserbecken im Meierbädli menschenleer. Einzig der Saugroboter zieht seine Runden und reinigt dabei das Wasser. Ein paar Schritte entfernt putzt Sanja Milosavljevic Umkleideraum und WC-Bereich. Mit einem Schlauch spritzt die stellvertretende Hausdienstleiterin der Gemeinde den Boden ab und schiebt mit einem Schaber das Wasser Richtung Abfluss. Es hat vor allem Gras am Boden.
«Die Sauberkeit in der WC-Anlage und das Littering auf dem Areal sind nach wie vor ein grosses Problem», sagt Danny Simmank, Hauswartleiter der Gemeindeliegenschaften. Jeden Abend werden Toilette, Umkleideraum und die Umgebung gereinigt. Am Donnerstag wird zusätzlich eine Grundreinigung durchgeführt. Der Aufwand wird immer grösser. Auch für die Wasserreinigung. «Es würde helfen, wenn die Leute vor dem Schwimmen alle duschen gingen», sagt Simmank, kurz nachdem er Wasser- und Lufttemperatur von 21 und 17 Grad auf einer Tafel notiert hat.
Messungen des pH- und Chlorwerts
Dreimal pro Tag werden pH- und Chlorwert gemessen. «Perfekt», sagt Simmank und notiert 7,2 beim pH- und 0,41 beim Chlorwert. Er legt das Reagenzgläschen wieder in den Messkoffer zurück und bringt es zurück in den Technikraum. Auch dort werden die beiden Werte angezeigt. «Die Handmessung ist eine Absicherung, es könnte ja sein, dass die Anlage mal einen falschen Wert misst.» Das Chlor bindet die Schmutzpartikel, deshalb ist dieser Wert auch ein Indikator für die Sauberkeit des Wassers. Die Abgabe der Chlormenge läuft mittlerweile automatisiert. Zweimal im Jahr kommen Mitarbeitende eines externen Labors vorbei und machen unabhängige Proben. Der Kanton schaut sich diese Werte regelmässig an. Im Technikraum befindet sich die Filteranlage, bestehend aus Sandfilter und Umwälzpumpe. Vor einigen Jahren wurden Teile der Technik ersetzt. Seither gibt es kaum noch Störungsmeldungen.
Wasser- und Rasenroboter im Einsatz
Mittlerweile ist es halb acht. Ein Vater kommt mit seinem Sohn vorbei. Sie wollen ein paar Runden schwimmen. Simmank nimmt den Roboter aus dem Wasser. Nach anderthalb Stunden hat er seinen Dienst getan. Die heutige Bilanz: Ein paar Haare, Grashalme und ein bisschen Dreck sind hängen geblieben. «Eher wenig», kommentiert Simmank.
Werkhofmitarbeiter Dani Hagenbuch fährt zu. Den Rasen muss er nicht mehr mähen, das erledigt der Rasenroboter, der gleichzeitig die Wühlmäuse vertreibt. Einmal pro Woche öffnet Hagenbuch den Roboter, um ihn zu reinigen und, wenn nötig, die Messer zu wechseln. Seit weniger Wühlmäuse da sind, die Dreckhaufen bilden, bleiben die Klingen länger scharf.
Luxus, der geschätzt wird
Es ist 8 Uhr. Eine weitere Killwangenerin betritt das Bädli. «Ich komme vor dem Ansturm von Leuten», sagt sie. Für sie ist der morgendliche Schwumm eine willkommene Abkühlung. «Ich würde es vermissen, wenn es das Bädli nicht mehr gäbe.»
«Ja, es ist ein schöner Luxus, die meisten schätzen es», sagt Danny Simmank. Umso weniger hat er Verständnis fürs Littering. Letztes Jahr musste das Bad einige Tage geschlossen werden, weil Fäkalien im Wasser das Bad verschmutzt hatten und es neu befüllt werden musste. «Wir hoffen, dass es dieses Jahr reibungslos läuft.»
Das Meierbädli ist nur für Killwangenerinnen und Killwangener zugänglich und von 7 bis 21 Uhr geöffnet.










