Flavio Zani und Mario Hofer treten nicht mehr an

Nachdem sich im ersten Wahlgang vier Kandidaten um das Amt als Gemeinderat bewarben, treten davon drei Kandidaten nicht mehr zum zweiten Wahlgang an. Möglicherweise kommt es nun zu einer stillen Wahl.

Adrian Mayr, Gemeinderatskandidat. zVg
Adrian Mayr, Gemeinderatskandidat. zVg

Gleich vier Spreitenbacher wollten am 28. März Gemeinderat werden. Wie erwartet, erhielt keiner von ihnen mehr als die Hälfte aller Stimmen, das absolute Mehr (die Limmatwelle berichtete). Dies wäre jedoch nötig, um im ersten Wahlgang gewählt zu werden.

Der Kandidat mit den meisten Stimmen, Adrian Mayr (parteilos), gab daraufhin bekannt, dass er zum zweiten Wahlgang antritt. Der parteilose Peter Grass, der am wenigsten Stimmen erhielt, teilte hingegen sofort mit, er werde nicht mehr antreten. Flavio Zani (CVP) und Mario Hofer (parteilos) wollten Bedenkzeit. Erst nach Redaktionsschluss meldeten sie unabhängig voneinander, dass sie ebenfalls entschieden haben: Sie treten im zweiten Wahlgang nicht mehr an.

Die CVP-Ortspartei schrieb in einer Mitteilung, dass sie Adrian Mayr im zweiten Wahlgang unterstützen: «Wir tun dies, weil wir der Auffassung sind, dass mit Adrian Mayr ein Kandidat mit guten Qualitäten und Kompetenzen die meisten Stimmen erhalten hat.» Daraufhin postete Mayr auf Facebook: «Eure Unterstützung motiviert mich noch mehr, für Spreitenbach alles zu geben.» Meldet sich bis zur Eingabefrist vom 7. April um 12 Uhr niemand mehr bei der Gemeindekanzlei, wird die Frist um fünf Tage verlängert. Ist auch bis dann keine weitere Anmeldung eingegangen wird Adrian Mayr am 12. April in stiller Wahl Gemeinderat.

Bedürfnis für Gemeinderat mit Migrationshintergrund besteht

Mit nur 66 Stimmen weniger als Mayr (526 Stimmen) hätte sich der Zweitplatzierte Flavio Zani für den zweiten Wahlgang durchaus Chancen ausrechnen können. Warum tritt er trotzdem nicht mehr an? «Die Wählerschaft hat Herrn Mayr gewählt. Das akzeptiere ich, das ist für mich in Ordnung», sagt Zani auf Anfrage. Er habe keine Kampfwahl führen wollen. «Ich habe mit dem Minimum an Wahlkampf das Maximum erreicht und herausgefunden, dass in Spreitenbach durchaus auch ein politischer Newcomer mit Migrationshintergrund eine echte Alternative für die Wählerschaft darstellt. Daraus interpretierte ich, dass ein Bedürfnis nach Veränderung im Gemeinderat besteht.» Er könne sich deshalb gut vorstellen, bei den Gesamterneuerungswahlen im Herbst anzutreten. «Daher werte ich diese Wahlen als gute Erfahrung für allfällige nächste Wahlen.» Definitiv entschieden, im Herbst anzutreten, hat er jedoch nicht.

Eine andere Ausgangslage hatte Mario Hofer. Mit den erzielten 123 Stimmen im ersten Wahlgang schätze er seine Chancen in einer zweiten Runde als «relativ klein» ein. Auch im Sinne des Aufwands verzichte er daher auf eine erneute Kandidatur. «Trotzdem hat es Spass gemacht und ich erhielt gutes Echo.»

Keine stille Wahlen wird es hingegen beim Gemeindepräsidium geben. Dieses Amt wird frei, weil Mötteli vom Vize zum Präsidenten gewählt wurde. Auch hier bedarf es zwingend eines ersten Wahlgangs. Allerdings können nur Gemeinderäte gewählt werden. SVP-Gemeinderat Roger Mohr schreibt auf Anfrage, dass er noch nicht entschieden habe, ober er als Vize antrete. Von Edgar Benz (SVP) und Doris Schmid (FDP) lag bis Redaktionsschluss keine Antwort vor.

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