Zuerst Costumier, dann Theaterdirektor

Der Zeitungsartikel, in welchem über den Tod Steinhauers berichtet wird.zVg
Der Zeitungsartikel, in welchem über den Tod Steinhauers berichtet wird.zVg

Der pensionierte AZ-Journalist Dieter Minder ist im Rahmen seiner Stammbaumrecherche auf den einstigen Theaterdirektor und Garderobier Steinhauer gestossen. 1880 verstarb dieser in Killwangen. Ein kleiner Ausflug in eine längst vergangene Zeit.

«Auf der Reise von Baden nach Zürich starb der ehemalige Theaterdirektor und nun Garderobier Steinhauer. Derselbe fühlte sich auf der Fahrt unwohl, stieg bei der Station Killwangen aus, setze sich dort auf eine Bank und verschied, während der mit dem Stationsvorstand sprach», so berichtete die Thurgauer Zeitung am 24. September 1880.

Maskenkostüme für die Fasnacht

Steinhauer war im Showbusiness tätig, wie man heute sagen würde. Er firmierte 1862 als Geschäftsführer und Theater-Costumier aus Baden. Als solcher bot er für die Fasnacht in Bern «eine grosse Auswahl von eleganten Maskenkostümen» im Stadttheater Bern an. Seine Theaterproduktionen waren in den 30er-Jahren des 19. Jahrhunderts regelmässig im Casinotheater Burgdorf zu sehen. 1858 lud Steinhauer dorthin zur Vorstellung von «Lorenz und seine Schwester» oder «Ungeschicklichkeit in allen Ecken». Das Stück soll, so warb Steinhauer, in München, Berlin und Wien in 60 Wiederholungen aufgeführt worden sein.

Im Kurtheater aufgetreten

Weitere Vorführungen bot er im Berner und Freiburger Seeland. 1857, bei seinen Aufführungen «Der Pfarrerherr» in Biel begleitete der dortige Orchesterverein das Stück. Dies kann als sehr frühe Verbindung zwischen Biel und Baden angesehen werden, denn das 1927 gegründete Städtebundtheater Biel Solothurn (heute Theater Orchester Biel Solothurn, TOBS) gastierte jahrelang im Kurtheater Baden. Ebenfalls 1857 schrieb der Murtenbieter in seiner Theaterkritik: «Letzten Freitag bereitete uns Herr Steinhauer wieder einen recht vergnügten Abend.» Besonders gelobt wurden: «Die beiden Stücke Badekuren und die Zillerthaler sind sehr schön und wurden wirklich meisterhaft gespielt.»

Ein kritischeren Blick gab es im Zeitungsartikel auf die Vorstellungen vom Sonntag und Mittwoch: «Namentlich aber Herr Spann, Fräulein Vonn und Fräulein Geiser spielten ihre Rollen ausgezeichnet.» Von zwei nicht genannten Schauspielern heisst es dagegen: «Wir hoffen, dass diese Herren in Zukunft besser lernen mögen.»

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