Spurensuche fürVerunreinigung

Im Grundwasser der Gemeinden Würenlos, Wettingen, Neuenhof und Baden sind weiterhin Benzinrückstände nachweisbar.

Ursache für die Grundwasserverunreinigung war wohl ein Vorfall vor einem Jahr, am 3. September 2025, auf dem Areal der Autobahnraststätte Würenlos. Dabei gelangte Benzin ins Erdreich, wie das Departement für Gesundheit und Soziales schreibt. Aus einer losen Verschraubung der Tankentnahmeleitung war Benzin ausgetreten. Feuerwehr und Ölwehr waren vor Ort, um den Schaden zu begrenzen. Wie viel Benzin ins Erdreich versickert sei, sei Gegenstand laufender Ermittlungen, erklärt das Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU).

Nach je einer Kundenreklamation über einen eigenartigen Geruch des Trinkwassers Ende Juni hätten die Wasserversorgungen von Wettingen und Baden umgehend Proben zur Überprüfung der Trinkwasserqualität genommen, schreibt das Departement Gesundheit und Soziales (DGS) in seiner Mitteilung.

Fremdgeruch festgestellt

Die Untersuchung vom 25. Juni im Labor des Amts für Verbraucherschutz (AVS) habe den Fremdgeruch bestätigt. Bei nachfolgenden erweiterten Proben zeigte sich, dass der Fremdgeruch bereits an der Fassung beziehungsweise im Grundwasser vorhanden ist. Die betroffenen Wasserversorgungen sowie die Departemente BVU sowie DGS haben daraufhin weitere aufeinander abgestimmte Untersuchungen veranlasst. Dabei hat das AVS den Benzinbestandteil ETBE als Ursache des Fremdgeruchs nachgewiesen. Die ETBE-Konzentration im Trinkwasser lag bei der ersten Identifikation und quantitativen Bestimmung in Proben vom 31. Juli deutlich unter dem für Trinkwasser geltenden Höchstwert. Weitere Benzinbestandteile waren nicht nachweisbar. Nachfolgende Messungen des AVS zeigten unveränderte Konzentrationen im Trinkwasser.

Trinkwasser wird überwacht

Ein für hydrogeologische Untersuchungen beigezogenes Geologiebüro hat vom 17. bis 21. August zusätzlich das Grundwassergebiet beprobt. Die Untersuchungen dienten dazu, einen besseren Überblick zu gewinnen, in welchen Bereichen das Grundwasser mit ETBE verunreinigt ist. Dass das ETBE erst beinahe ein Jahr später in Grundwasserpumpwerken der betroffenen Gemeinden auftreten könne, sei erklärbar und könnte mit dem Hitzesommer in Zusammenhang stehen: Die Fliesswege und Geschwindigkeiten im Grundwasserleiter sind nicht nur durch Kies und Schotter des Flusstals geprägt, sondern auch von den zuströmenden Wasserpartien und der gegenseitigen Beeinflussung zwischen dem oberirdisch fliessenden Wasser der Limmat und dem unterirdisch fliessenden Grundwasser. Welche Grundwasserpartien es genau sind, die bei Pumpbetrieb als Trinkwasser angesaugt werden, ist deshalb nicht präzis vorhersehbar. Das Leitungswasser könne als Trinkwasser weiter verwendet werden, heisst es. (LiWe/zVg)

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