«Der Hitzesommer war super für mich»

Roberto Cosmas Fleisch-geschäft boomt: In dieser Grillsaison hat der 43-Jährige über 30 Tonnen Fleisch verkauft. Nun baut der Metzger und Gastronom sein Lokal in Würenlos aus. Im Untergeschoss entsteht ein Restaurant mit besonderer Atmosphäre.
Bei Roberto Cosma läuft es derzeit rund. Im Frühling hatte der 43-Jährige gerade die Marke von 50 Tonnen verarbeitetem Fleisch seit der Eröffnung seines Feinkostladens «Grindogballs» in Wettingen geknackt. Nur knapp drei Monate später steht der Zähler bereits bei 88 Tonnen. «Der Hitzesommer war super für mich», sagt Cosma.
Trotz Feuerverbot sei die Nachfrage gross geblieben. Viele Kundinnen und Kunden seien auf Gas- und Elektrogrills ausgewichen. Besonders um den Nationalfeiertag und Mariä Himmelfahrt am 15. August, der bei Italienern besonders beliebt sei, um zusammenzukommen, habe er zahlreiche Bestellungen erhalten. «An starken Samstagen verarbeite ich bis zu 350 Kilogramm Fleisch», erzählt Cosma.
Beflügelt vom Erfolg will der Metzger und Gastronom nun sein zweites Standbein ausbauen. In den Räumen der ehemaligen Bäckerei Schwab an der Landstrasse 56 in seinem Wohnort Würenlos betreibt der Italiener seit rund vier Jahren ein Steakhouse. Das Untergeschoss will er zum Restaurationsbetrieb umnutzen, wie einem Baugesuch zu entnehmen ist, das noch bis am 7. September öffentlich aufliegt.
Während der obere Bereich des Lokals weiterhin auf Take-away und schnelle Verpflegung ausgerichtet ist, soll unten bewusst eine andere Atmosphäre entstehen. Cosma ist dabei, die ehemalige Backstube zu renovieren. Vintage- und Industrieelemente sowie eine spezielle Beleuchtung sollen dem Raum Charakter verleihen. «Den alten Backofen lasse ich extra stehen. Er soll als Blickfang dienen.»
Rund 25 Personen sollen im Untergeschoss in ruhiger Atmosphäre Platz finden und bedient werden. «Viele Leute wissen bereits davon und warten darauf, dass wir öffnen», sagt Cosma. Wenn alles nach Plan läuft, soll es Mitte September so weit sein. Später möchte er den Raum auch für kleinere Gruppen und Reservationen anbieten.
Piemonteser Rind als neue Spezialität
Kulinarisch bleibt im «Grindogballs» das Fleisch der Hauptdarsteller. Mittags sind besonders Cosmas Burger gefragt, abends kommen Apéro- und Charcuterieplatten sowie Fleisch vom Grill auf den Tisch. Dazu gehören auch seine italienischen Salsicce, die in seiner Metzgerei besonders gefragt sind.
Seit rund zwei Monaten bietet Cosma zudem Fleisch vom Fassona-Rind aus dem Piemont an. «Es gilt als edelstes Rindfleisch Italiens», so Cosma. Seine Philosophie bleibt dieselbe: möglichst frisch produzieren und wenig lagern. Was er tagsüber nicht verkauft, tischt er abends in seinem Steakhouse in Würenlos auf.
Die «One-Man-Show» geht weiter
Eine Herausforderung bleibt die Personalsuche. Schon im Frühling stemmte Cosma Metzgerei und Restaurant weitgehend alleine. Wegen der knappen Ressourcen konzentriert er sich morgens auf die Produktion, die Metzgerei öffnet regulär erst am Nachmittag. Vorbestellungen sind per Whatsapp möglich.
Mit dem Restaurant im Untergeschoss dürfte die «One-Man-Show» nochmals anspruchsvoller werden. Cosma hofft deshalb, bis zur Eröffnung Verstärkung zu finden. Und wenn nicht? Dann müsse wohl bald sein Sohn Gas geben, scherzt der Gastronom – der ist allerdings noch nicht einmal ein Jahr alt.


