Ein Angebot an die Generation Reiselust

Am Wochenende zieht es Leandro Rütimann zum Wandern in die Natur.Bild: zvg
Am Wochenende zieht es Leandro Rütimann zum Wandern in die Natur.Bild: zvg

Allein in die Ferien, aber zurückkommen mit guten Freunden? Das steckt hinter der Start-up-Idee eines reisebegeisterten Würenlosers.

Raus aus der Komfortzone, für Leandro Rütimann (22) wohl die wichtigste Lektion, die ihm sein Hobby, das Reisen, nähergebracht hat. Nachdem der Würenloser seine Lehre abgeschlossen hatte, startete er mit europäischen Kurztrips. Spontan buchte er darauf einen Flug nach Bangkok – der Rest der viermonatigen Asienreise ergab sich vor Ort.

Aus dem Urlaub postete er regelmässig auf den Plattformen Tiktok und Instagram. Es entstand eine kleine Community, und diese hatte Fragen: «Wie reist man allein? Wie lernt man neue Leute kennen? Aus der Idee ist dann vor vier Monaten Vamos-Reisen entstanden», erzählt Rütimann über sein kleines Reiseunternehmen.

Vortritt für die Jugend

Das Start-up verspricht Gruppenreisen für die U30-Generation. Der erste Trip findet Anfang Oktober statt, wenn es für fünf Tage in die Dolomiten geht. Abfahrt ab Zürich, und der Gründer sitzt selbst am Steuer. «Man muss bei uns eine Platzanfrage machen und kann nicht sofort buchen. Wir achten darauf, dass die Gruppen für die Reisen sorgfältig zusammengestellt werden», erklärt Rütimann einen wichtigen Teil der Unternehmensphilosophie. Ebenfalls über Social Media finden die Kurzinterviews mit den Interessierten statt. So musste man auch bereits einem Kandidaten aus Altersgründen absagen. Zudem achte man darauf, dass der Anteil von Männern und Frauen ausgeglichen sei.

Die Planung für den ersten Trip läuft seit drei Monaten – inklusive einer steilen Lernkurve. «Es kann nicht jeder seinen Topf mitnehmen, wir wollen etwas bieten», erklärt der Start-up-Gründer. Dafür war man schon auf Sponsorensuche, die aber ohne Arbeitsnachweis noch nicht funktioniert hat. Auch Plan B, also das Schlechtwetterprogramm, sei noch in Arbeit. Im Zweifel möchte man sich zu Beginn allerdings als kulanter Veranstalter präsentieren.

Der Anspruch, Reiseleiter, Verkäufer und Kollege gleichzeitig zu sein, scheint anspruchsvoll. Als Unterstützung begleitete ihn deshalb ein Reisepartner, den er in Asien kennengelernt hat. «Man kann sich bei uns als Gastgeber bewerben und im Gegenzug kostenlos mitreisen», ergänzt Rütimann. Langfristig gebe es die Idee, dass man eigene Trips über Vamos-Reisen realisieren könne. Ebenso lassen sich schon jetzt Wunschdestinationen auf der Website vermerken.

Vamos!

Auf den Namen des Start-ups kam Rütimann ebenfalls während seiner prägenden Reise durch Südostasien: «Es hat sich zufällig ergeben.» Los geht's, Vamos, als Modewort über den Sport hinaus. Zusätzliche Unterstützung erhält Rütimann von seinem jüngeren Brüder, der als Softwareentwickler die Website gebaut hat. «Meine Familie steht hinter mir und findet es megacool. Das ist etwas, bei dem ich wirklich mit ganzem Herzen dabei bin, und ich stecke meine ganze Freizeit hinein», sagt Rütimann.

Mit dem Ziel Thailand kann man sich jetzt für die zweite Vamos-Reise registrieren. 31 Tage für knapp 3000 Franken – wobei man die Flüge aus rechtlichen Gründen selbst buchen muss – von Bangkok bis zur «Full Moon»-Insel Koh Phangan. «Mein Plan war sowieso, im Januar nach Thailand zu reisen», erzählt Rütimann. Vielleicht hängt man dort dann gleich die nächste Reise an. Denn im Dezember schliesst Rütimann seinen Zivildienst als Schülerassistent ab und kann sich ganz seiner Leidenschaft widmen.

Das Limit für seine junge Reisegruppe liegt bei zwölf Personen. Man möchte schliesslich keine Busreise zum nächsten Hotelresort organisieren, sondern ein Erlebnis: «Wenn man neue Leute und Freundschaften finden möchte, ist man bei uns genau richtig.» Die Bilder der Reisen sieht man dann vielleicht auf den entsprechenden Social-Media-Kanälen – wenn alle damit einverstanden sind.

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