Füchse kommen wegen Nahrung

Im Würenloser Siedlungsgebiet werden immer wieder Füchse gesichtet. Die Gründe dafür erklärt Jagdaufseher Oliver Beck.
Ende August informierte die Gemeinde Würenlos, dass vermehrt Meldungen über Füchse im Siedlungsgebiet an den Jagdaufseher und die Gemeindeverwaltung gelangt seien. Da die Füchse anpassungsfähige Wildtiere sind und sie auch in Wohnquartieren geeignete Lebensräume und Nahrung finden, stellte die Gemeinde einige Verhaltensregeln auf (siehe Box). Das, damit die Tiere nicht unnötig in die Nähe von Häusern und Menschen gelockt würden.
Der Würenloser Jagdaufseher Oliver Beck berichtet, dass es in diesem Jahr nicht mehr Füchse in den Quartieren gebe. Doch es sind einzelne Fälle, die ein Einschreiten seinerseits nötig machten: «Ein Fuchs drang in eine Parterrewohnung eines älteren Herrn ein, und dieser konnte ihn nicht mehr hinausscheuchen», so Oliver Beck. Hinzu kam, dass der Fuchs räudig, also krank war. In diesem Fall sei es zwingend, den Jagdaufseher zu rufen.
Was Igeln schmeckt, nimmt auch der Fuchs
«Das liegt im Rahmen der normalen Ereignisse», beschwichtigt Oliver Beck. Der Fuchs suchte wohl Deckung oder Futter. Die Terassentür war offen. Und das ist ein Fehler, den man allgemein macht: «Man hat die Tür offen, der Kompost steht draussen, man hat ein Büsi, das man füttert.» Mittlerweile gebe es den Trend, dass man Igel füttere. «Das, was man dem Igel anbietet, frisst der Fuchs nur zu gern. Zusätzliches Futterausbringen muss man unterlassen, das Anbieten von Möglichkeiten ebenso. Dann wird das Wohngebiet uninteressant. Solang das aber so ist, ist das äusserst interessant. Die Füchse wissen das. Das wird seit Generationen weitergegeben. Die Mutter zeigt den Welpen, dass es dort Nahrung gibt. Sie beziehen das in ihren Streifzug ein.»
Keine Jagd auf kranke Füchse
Anders sieht es bei kranken Füchsen aus: «Sie sind auf der Suche nach einfacheren Nahrungsquellen, weil sie nicht mehr selbstständig jagen können und zu geschwächt sind.» Sie wüssten aber, wenn sie diese oder jene Route nähmen, selbst wenn die Gefahr bestehe, entdeckt zu werden, sei es einfacher, Nahrung zu finden. Hinsichtlich der Gefahr, die von einem räudigen Fuchs ausgeht, können die Menschen beruhigt sein. Zwar kann die Krankheit – eine hoch ansteckende, durch Grabmilben verursachte Hautkrankheit –nicht auf den Menschen übergehen. Sie kann aber unangenehme Symptome verursachen. Dagegen können sich Hunde leicht anstecken, was ebenfalls starken Juckreiz und Entzündungen auslöst. Hier ist ein Besuch beim Tierarzt angezeigt.
Dass der trockene Sommer punkto Nahrung ein Problem für die Füchse darstellen könnte, kann Oliver Beck nicht sagen. Früchte sowie Beeren seien gut gewachsen. Und die Mäuse würden einem Populationszyklus unterliegen: «Drei Jahre lang hat es fast keine Mäuse, dann explodiert die Population.» Es ist einfach ein grundsätzliches Fehlverhalten der Bevölkerung. Weil zu viel Nahrung zur Verfügung steht, kommen die Füchse ins Wohngebiet.
Verhaltensregeln
– Keine Futterteller für Haustiere draussen aufstellen, kein offener Kompost, Fallobst einsammeln.
– Abfallsäcke am Tag der Kehricht- abfuhr bereitstellen.
– Unterschlupfmöglichkeiten, Gräben und Löcher verschliessen, damit sich Füchse nicht im Garten einnisten.
– Schuhe, Gartenhandschuhe, Kinderspielsachen über Nacht wegräumen.
Meldungen über kranke oder verletzte Füchse nimmt Jagdaufseher Oliver Beck, Tel. 078 915 85 82, entgegen.


