Widerstand gegen Standort

Mehrere Einwohner aus Würenlos wehren sich gegen den Standort des Alterszentrums. In einem Flyer legten sie der Bevölkerung vergangene Woche ihre Beweggründe dar.

Das Alterszentrum soll auf dem nordwestlichen Teil der Zentrumswiese (vorne im Bild) gebaut werden, so der Wille der Standortkritiker. (Bild: Melanie Bär)
Das Alterszentrum soll auf dem nordwestlichen Teil der Zentrumswiese (vorne im Bild) gebaut werden, so der Wille der Standortkritiker. (Bild: Melanie Bär)

«Wir wollen eine Zentrumswiese für alle Generationen und fordern deshalb, dass die laufende Planung gestoppt wird», sagt Alois Wiedemeier. Er gehört zur achtköpfigen Gruppierung, die vergangene Woche einen Flyer in alle Würenloser Haushaltungen verschicken liess und darin ihre Idee zur Gestaltung der Zentrumswiese vorstellte. Den demokratisch zustande gekommenen Entscheid für den Standort Zentrumswiese haben sie akzeptiert. Allerdings stört sie der Standort des Alterszentrums innerhalb der Zentrumwiese. «Diese Lage entspricht nicht den Vorgaben im Masterplan Plus. Zudem wollen wir, dass auf der Zentrumswiese etwas für alle Generationen entsteht.» Anstatt das Gebäude des Alterszentrums wie geplant längs des Furtbachs zu platzieren, schlagen sie eine Verschiebung in den nordwestlichen Teil der Wiese vor. «So würde der schönste Teil der Wiese als Freiraum für Begegnungen, Erlebnisse und Erholung bestehen bleiben, bei der Zentrumsscheune beginnen und nahe am Furtbach zu liegen kommen», führt Wiedemeier aus. Mit der aktuellen Platzierung des Alterszentrums werde dies verunmöglicht.

«In welcher Gemeinde hat es mitten im Zentrum eine solche Wiese? Wir wollen nicht, dass diese Freifläche für immer zerstört wird, sondern dass sie für verschiedene Nutzungen für Jung und Alt bestehen bleibt», sagt Willi Günter, ebenfalls einer der Standortkritiker. Auch Gruppierungsmitglied Roland Egloff sieht Vorteile in der Verschiebung des Gebäudes in den nordwestlichen Teil der Zentrumswiese: «Das Alterszentrum würde eine Einheit bilden und der Freiraum längs des Furtbachs eine weitere.»

Planungsfehler gemacht

Die neue Platzierung hätte allerdings zur Folge, dass die bestehende Planung entweder angepasst oder von Neuem aufgenommen werden müsste. Auch wenn die Flyer-Initianten den Standort bekämpfen, so sehen sie sich nicht als die «Bösen», die das Projekt verhindern wollen. «Es wurden von Anfang an Planungsfehler gemacht, denn für die Zentrumswiese besteht nach wie vor kein Erschliessungs- und Gestaltungsplan. Deshalb gilt als rechtliche Grundlage der Masterplan Plus aus dem Jahr 2019», sagt Niklaus Sekinger, ebenfalls Flyer-Initiant. Die im Plan festgelegten Vorgaben seien bis heute missachtet worden.

«Margerite» ist das dritte Projekt

1995 scheiterte das erste konkrete Projekt «Falter am Bach», im 2010 das zweite Projekt «Ikarus». 2017 wurde die Alterszentrum Würenlos AG gegründet, die im Besitze der Gemeinde Würenlos ist. Sie präsentierte 2019 das Projekt «Margerite». Daraufhin wollte die Bauherrschaft mit einem Vorentscheidsgesuch Rechtssicherheit in Bezug auf diverse baurechtliche Punkte erlangen. Es gab während der öffentlichen Auflage Einsprachen und die Alterszentrum Würenlos AG zog das Gesuch mit der Begründung zurück, dass die Einsprachen mehrheitlich Themen der Detailplanung betrafen, die noch gar nicht Gegenstand der Diskussion sei. Früher als geplant will sie nun die Detailplanung machen und arbeitet zurzeit das Baugesuch aus, das voraussichtlich im Herbst eingereicht werden soll. Die Bauherrin hofft, 2022/2023 mit dem Bau starten zu können.

Der Gemeinderat wird, wie in den Gemeinderatsnachrichten angekündigt, am Info-Abend am 11. Mai über den Stand der Planungen informieren. (bär)

Anmeldung unter gemeindekanzlei@wuerenlos.ch oder Tel. 056 436 87.

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