Zum Geburtstag viele ernste Worte

Die Beziehung der Schweiz zu Europa stand im Mittelpunkt der 1. -August-Rede in Wettingen.

Eine Wurst gehört zum Feiern dazu.Das Festzelt bei der Schulanlage Zehntenhof ist voll.Gemeindeammann Markus Dieth.Grossratspräsident Thierry Burkart.Die Kinder konnten mit der kleinen Bahn eine Runde drehen.Fotos: phn

Eine Wurst gehört zum Feiern dazu.Das Festzelt bei der Schulanlage Zehntenhof ist voll.Gemeindeammann Markus Dieth.Grossratspräsident Thierry Burkart.Die Kinder konnten mit der kleinen Bahn eine Runde drehen.Fotos: phn

Die Festbänke unter dem Zelt sind bis zum letzten Platz gefüllt, bei einem kühlen Bier geniessen die Wettinger den Schweizer Nationalfeiertag. Auf den Tischen stehen unzählige Teller mit Risotto, das von den Wettiger Chuchimanne für die Gäste zubereitet wurde. Gleich nebenan können die zahlreichen Kinder in einem Miniatur-Zug eine Runde über den Platz des Schulhauses Zehntenhof drehen. Organisiert wurde die Bundesfeier von der Spielgemeinschaft Jägermusik Wettingen und der Stadtmusik Baden.

Nach den Böllerschüssen der Emaus-Bruderschaft und einer musikalischen Einleitung durch die Harmonie Wettingen-Kloster war es Zeit für den offiziellen Festakt, der von Gemeindeschreiber Urs Blickenstorfer eröffnet wurde, bevor das Wort an Gemeindeammann Markus Dieth überging. In seiner Ansprache machte er darauf aufmerksam, dass nach den Sommerferien das neue Schulsystem eingeführt werde. Er zeigte sich darüber erfreut, dass das Wettinger Stimmvolk dem Neubau des Schulhauses Zehntenhof zustimmte. Zudem verwies Dieth auf das Tägi, welches in diesem Jahr seinen 40. Geburtstag feiern durfte. Seit dessen Eröffnung wurde es von über 11 Millionen Gästen besucht. Mittlerweile sei das Sport- und Kulturzentrum jedoch sanierungsbedürftig. Das Politikum liegt dem Gemeinderat sichtlich am Herzen – vor allem wenn man bedenkt, dass ein erster Sanierungsvorschlag im Jahr 2012 von den Bürgerinnen und Bürgern an der Urne verworfen wurde. Im September können die Wettinger nun in einem zweiten Anlauf über einen Planungskredit abstimmen.

Wie es die Tradition will, spricht an der Wettinger Bundesfeier jeweils der Grossratspräsident des Kantons Aargau. Mit Thierry Burkart stammte dieser für einmal aus Baden, was zum letzten Mal vor fast dreissig Jahren der Fall war. «Es braucht halt alles etwas länger zwischen den beiden Nachbargemeinden», meinte der FDP-Politiker dazu schmunzelnd, um danach auf ernstere Themen zu sprechen zu kommen. So verwies Burkart auf die Herausforderungen, die mit dem laufenden Niedergang des Westens auf die Schweiz zukommen. Diese könnten nur durch die Berufung auf traditionelle Schweizer Tugenden wie Leistungsbereitschaft und gesundem Pragmatismus gemeistert werden – gerade in Hinsicht auf die momentane Situation in Europa. Zudem lobte er die hiesige Solidarität und das freiwillige Engagement der Bürger in der Politik, der Feuerwehr und in den Vereinen. Mit der Kritik an staatlichen Regulierungen liess Burkart am Ende der Rede seine liberale Haltung durchschimmern.

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