Wettingen im Zentrum des Sturms
Ein Unwetter mit orkanartigen Sturmböen, Starkregen und Hagel verursachte in Wettingen am Freitagmorgen kurz vor zehn Uhr grosse Schäden.
Nur ein paar Minuten lang fegte das Unwetter über Wettingen, trotzdem hinterliess es zahlreiche Schäden. Entwurzelte Bäume lagen herum, Strassen waren überflutet und Dächer abgedeckt. «Etwa 70 Angehörige der Feuerwehr standen von 10 bis 22 Uhr im Einsatz», schreibt Oliver Gross, Kommandant der Wettinger Feuerwehr und der Zivilschutzorganisation (ZSO) Wettingen-Limmattal, auf Anfrage. Die restlichen Gemeinden des ZSO-Einzugsgebiets waren fast nicht betroffen.
Rund 70 Meldungen mussten die Einsatzkräfte in Wettingen bearbeiten. Dabei wurden sie von den Feuerwehren Killwangen-Spreitenbach und Brugg mit Autodrehleitern unterstützt. Vor Ort waren auch Forstwarte, die auf die Strasse gefallene Bäume zersägten und abtransportierten, um die Haupt- und Quartierstrassen wieder freizubekommen. Die Alberich-Zwyssig-Strasse war auf der Höhe der Seminar- und der Bahnhofstrasse zeitweise gesperrt.
Der Gemeinderat rief die Bevölkerung in einer Medienmitteilung zur Vorsicht beim Betreten oder Befahren des Waldes auf: «Der Hitzesommer hat die Bäume geschwächt, und es können immer noch weitere durch das Unwetter gebrochene Äste herunterfallen.» Es sei weiterhin Vorsicht geboten, sagt Förster Moritz Fischer am Dienstag. Er und sein Team sind zurzeit mit Aufräumarbeiten im Dorf beschäftigt. Der Wald hat zweite Priorität, dort sind noch nicht alle Wege passierbar. «Man sieht gut, wo die Böen durchgezogen sind, die Schäden sind sehr lokal», so Moritz Fischer. Er selbst sass im Büro des Forstwerkhofs und sah von dort aus, wie ein Baum umkippte. «Im Wald sind viele Bäume abgebrochen und nicht mit dem Wurzelteller umgekippt. Das ist auf die Trockenheit zurückzuführen.»
Reben litten unter Unwetter
Auch die Reben wurden teilweise stark beschädigt. Unter anderem durch Hagel und umgestürzte Bäume. Stark betroffen sind die Trauben der Klosterwein GmbH. «Eine Anlage mit Hagelnetz wurde total zerstört», so Beni Egloff. Er rechnet mit 75 Prozent weniger Ertrag. «Ein Jahr verkraften wir das. Aber drei solche Jahre hintereinander würden wohl das Ende bedeuten.» Die Trauben der Gemeinde wurden schon vorher geerntet und sind deshalb nicht betroffen.
«Es ist schon etwas frustrierend, wenn gesunde und schöne Trauben eine gute und leichte Ernte versprechen und der Lohn der Arbeit dann von einer Laune der Natur zerstört wird», sagt Beni Egloff. Den für den Freitag geplanten Anlass sagten die Winzer ab, um das übrig gebliebene Traubengut zusammen mit vielen Freiwilligen zu ernten. «Eine solche Unterstützung zu erleben, war etwas sehr Schönes. Das Unwetter hatte also sogar eine Sonnenseite», resümiert Winzer Beni Egloff.














