Weniger Geld für die Schulraumplanung
Der Einwohnerrat hat entschieden, den Kredit für die Schulraumplanung von 160000 auf 107000 Franken zu kürzen.

«Obwohl der Keller des Zehntenhofs noch nicht gebaut ist, ist bereits klar, dass darin Schulzimmer entstehen werden», betonte Gemeinderat Philippe Rey die Dringlichkeit von neuem Schulraum. Seine Argumente, dass man mit einer längerfristigen Planung Geld spare und es optional und effizienter einsetzen könne, fanden an der Einwohnerratssitzung vergangenen Donnerstag wenig Gehör. Die Mehrheit des Einwohnerrats unterstützte den Vorschlag der Finanzkommission, den Kredit zu kürzen und für die Schulraumplanung 107000 anstatt wie vom Gemeinderat vorgesehen 160000 Franken aufzuwenden. Die Kürzung des Kredits um 53000 Franken begründete Fiko-Mitglied Philipp Bürgler (FDP) damit, dass gewisse Module des Leistungskatalogs, die organisatorische Aufgaben betreffen, vom Gemeinderat und der Schulpflege, anstatt von externen Unternehmen übernommen werden sollten. Die Fraktion der FDP sowie der CVP begrüssten den Antrag der Fiko. Die BDP zeigte sich ebenso überzeugt vom Kürzungs-Antrag. Michael Merkli (BDP) fragte sich ausserdem, ob nicht die Schulpflege für die Planung zuständig sei. Die Fraktion der SVP stand dem Vorhaben des Gemeinderats noch kritischer gegenüber: «Eine Planung über mehr als zehn Jahre ist für uns nicht realistisch», sagte Sylvia Scherer (SVP). Die Umstellung des Schulsystems, die Einführung der Tagesstrukturen und die Zu- und Abwanderung seien nicht eruierbar, daher sei eine Planung für die nächsten zwei bis fünf Jahre effektiver. Die Planung unterstehe zudem der Gemeinde, der Schulpflege und der Schulleitung und nicht externen Personen, so Scherer. Die Fraktion der SVP wies mit diesen Begründungen das Kreditbegehren zurück und verlangte eine Überarbeitung der Planung mit reduzierten Kosten.
Im Gegensatz dazu sprach sich die SP für den Betrag von 160000 Franken aus: «Die Schulraumplanung in Wettingen war bisher keine Glanzleistung. Es reicht nicht aus, Schulhäuser nur zwei Jahre im Voraus zu planen», sagte Kristin Lamprecht (SP). Und auch Leo Scherer Kleiner (WG) war der Ansicht, dass es ohne weiteres möglich sei, einen Blick 15 Jahre nach vorne zu werfen. Die Schulpflege sitze nicht im Bagger und mische den Beton. Es gebe Fachleute, deren Hilfe man in Anspruch nehmen müsse, so Scherer Kleiner. «Die Streichung der 53000 Franken bedeutet nicht, dass wir dieses Geld einsparen. Wir werden es bestimmt zu einem späteren Zeitpunkt wieder ausgeben müssen», appellierte Scherer Kleiner für eine weitsichtige Planung.
Trotz der Unterstützung des Kreditbegehrens aus dem linken Lager hatte das Kreditbegehren keine Chance. Der Einwohnerrat nahm den Fiko-Antrag an und genehmigte somit einen Kredit von 107000 Franken für die Schulraumplanung bis 2030.


