Was man alles in der Limmat findet
Fortsetzung Frontartikel
Insgesamt zirka 100 Personen aus den verschiedenen Vereinen waren an der grossen Säuberungsaktion beteiligt. Nebst der Reinigung des Ufers geht es bei der Aktion jeweils auch darum, die Bevölkerung zu sensibilisieren und zumindest einmal im Jahr darauf aufmerksam zu machen, wie viel Müll zusammenkommt, wenn jeder seinen Abfall in der Limmat entsorgt.
Manche Dinge kriegt man aufgrund des Schlicks am Limmatgrund auch nicht wieder aus dem Wasser. Marco Huber, Vizepräsident des Fischervereins Killwangen, berichtet von einem Postiwagen, den die Helfer zwar gefunden, aber selbst zu sechst aufgrund des beim Herausziehen entstehenden Vakuums nicht aus dem Grund herausgebracht hätten. «Ärgerlich ist das vor allem für die Fischer, die mit ihren Angeln daran hängen bleiben.»
Die spektakulärsten Funde waren dieses Jahr ein toter Hund in einem Sack, mehrere Kreditkarten, die der Polizei übergeben werden, eine Schachtel mit Nuggi sowie ein Sack voll roher Pouletschenkel. In früheren Jahren haben die Helfer auch schon mal einen verschlossenen Tresor und geladene Revolver gefunden. «Der Grossteil der Funde entsprach aber unseren Erwartungen», so PSW-Präsident Kurt Braun. Bei den Brücken finden die Taucher immer viele Velos, die dort heruntergeworfen werden. Die Taucher kommen stets gern zu diesem Einsatz, da sie hier etwas Sinnvolles mit ihrem Wissen machen. Die Zahl der gefundenen Spritzen hat in den letzten Jahren massiv abgenommen, dafür liegen heute sehr viele Petflaschen im Wasser und am Ufer.
Der Wettinger Einwohnerrat Martin Egloff ärgerte sich besonders über die starke Verschmutzung am Hang unterhalb der Parkplätze beim Mövenpick: «Es scheint mir nicht Aufgabe der Vereine am Stausee Wettingen zu sein, den Unrat der Besucher des Mövenpick zu entsorgen – vielmehr sollten die Betreiber des Mövenpick darum besorgt sein oder gar dazu verpflichtet werden, diese Arbeiten zu erledigen.» Innerhalb von fünf Minuten hätten die 15 Jungfischer, die ebenfalls tatkräftig bei der Aktion mitgeholfen haben, die für diesen Zweck zur Verfügung gestellten alten Salzsäcke mit Müll gefüllt, nachdem weiter oben am Fluss kaum Unrat herumlag.
Gesammelt wurde das Material bei der Fischerhütte Wettingen in einer Sechs-Kubik-Mulde für Alteisen und grobe Ware und einem Güselwagen, der die rund 100 prall gefüllten Güselsäcke abtransportierte.
Bei der Fischerhütte gab es für die fleissigen Müllsammler nach getaner Arbeit eine heisse Suppe und ein Stück Kuchen, die Sonne lud ausserdem zum Verweilen und Schwatzen mit Fischer-Kollegen ein. Doch auch einen Wermutstropfen gibt es in dieser Aktion, wie Kurt Raimann, Hüttenwart der Fischerhütte von Killwangen, aus Erfahrung weiss: «Das Tragische ist, dass diese Reinigung eine gute Woche hält, dann sieht alles wieder gleich aus.» (ska)














