Waldpflege beim Waldumgang hautnah erlebt

Auf dem rund zweistündigen Rundgang vermittelte Förster Philipp Vock den 160 Personen viel Interessantes über die Waldverjüngung und Waldpflege unter Berücksichtigung des Klimawandels.

Förster Philipp Vock erklärt. Foto: zVg
Förster Philipp Vock erklärt. Foto: zVg

Vor dem eigentlichen Rundgang begrüsste Emil Bosshard die Anwesenden mit dem Hinweis auf zwei Jubiläen in der Ortsbürgergemeinde. Vor 40 Jahren wurden die Rütenen im Tägerhard aufgehoben. Im Zusammenhang mit dem Autobahnbau wurden die auf den 39 Hektaren Ackerland bestehenden 430 Bewirtschaftungsflächen (Rütenen) zusammengelegt. Ebenfalls 40 Jahre ist es her, dass das Forsthaus Muntel errichtet worden ist.

Statistiken und Beobachtungen beweisen untrüglich, dass sich in der Klimaentwicklung in den vergangenen Jahrzehnten und Jahrhunderten einiges bewegt hat. So sind nach diesen Beobachtungen die Winter regenreicher und umgekehrt fällt dafür weniger Schnee. Die Vegetationszeiten haben sich über die Jahre gut 15 Tage verlängert. Auf Veränderungen in den klimatischen Bedingungen (Temperatur und Wasserhaushalt) reagiert die Natur empfindlich. Sie ist aber zum Teil selber in der Lage, dies zu regulieren. Langfristig wird es voraussichtlich eine Veränderung der Baumartenzusammensetzung geben. An vier Stationen wurde dargelegt, wie die Vegetation unter Berücksichtigung von Feuchtigkeit und Säuregehalt im Boden durch entsprechende Waldbewirtschaftung unterstützt werden kann. Im Wettinger Wald werden rund 95 Prozent der Verjüngungsflächen natürlich begrünt. In einem Holzschlag, der meist nur rund 30 Meter breit ist (Baumlänge), fassen schon nach kurzer Zeit die verschiedensten Baumarten wieder Fuss. Dazu zählen Bergahorn, Spitzahorn, Nussbaum, Kirsche, Linde, Esche oder Mehlbeerbaum. In der Pflegeplanung des Forstbetriebes gilt es festzulegen, was an den entsprechenden Standorten gefördert werden soll. Es sind Prioritäten festzulegen, die dann auf Jahrzehnte Bestand haben sollen. Der Planungshorizont im Forst beträgt rund 120 Jahre. Anhand von Standortkarten ist die Bandbreite für das optimale Gedeihen auszuloten. Nachdem im Anfang die Bäume schnell aus der Krautschicht zu holen sind, ist in den Folgejahren periodisch durch ein Auslichten der nötige Raum für ein optimales Fortkommen zu schaffen. Markus Byland demonstrierte diese Arbeiten, bei denen Handgeräte wie Sichel, Gertel oder Motorsäge je nach Wachstumsstadium zur Anwendung kommen. Neben den Verjüngungsflächen wird auf einem Viertel der Pflegeflächen auch das sogenannte Dauerwaldsystem angewendet. Darin kommt es nie zu einer eigentlichen Räumung der Waldfläche. Die Philosophie dieser Pflegemassnahmen wird in den Pflegeplänen festgehalten und muss den Mitarbeitenden des Forstbetriebes in Schulungen permanent weitervermittelt werden.

Im Anschluss an den Rundgang traf man sich zum traditionellen Zvieri mit Wurst und Getränk im Holzschopf Eigi.(ub)

 

 

Weitere Artikel zu «Wettingen», die sie interessieren könnten

Kajütenbetten im Inneren des Bauwagens. zVg
Wettingen15.07.2026

«Mahnmal» vor dem Pflegeheim

Mit einem Bauwagen machte die Stiftung Sonnmatt auf das abgelehnte Baugesuch für den Erweiterungsbau aufmerksam.

Leser Paul von Matt schickte der Redaktion…

Kommandant Oliver Gross (l.) erhält den Schlüssel von Ammann Markus Haas.
Wettingen08.07.2026

Am «Fäscht» neues TLF eingeweiht

Nach Verzögerungen war es am «Wettiger Fäscht» endlich so weit: Das neue Tanklöschfahrzeug der Feuerwehr Wettingen konnte eingeweiht und vorgestellt werden.

Markus Haas «bestreitet» sein erstes «Wettiger Fäscht» als Ammann.awa
Wettingen08.07.2026

Die 51. Ausgabe war ein voller Hit

Das «Wettiger Fäscht» ist vorbei: Was bleibt gemäss OK-Präsident Silvan Möhl, ist das Gefühl von Stolz, Dankbarkeit und Gemeinschaft.

Konzerte, unzählige…