Veräusserung der Baulandreserven
Der Gemeinderat will im Wannerareal, im Langacker und an der Heimentalstrasse, im Binz und am Kapellenweg Land veräussern.

«Wir wollen kein Bauland horten», sagt Gemeindeammann Markus Dieth. Dieser vor vier Jahren auch vom Einwohnerrat gutgeheissene Grundsatzentscheid soll nun in drei Schritten mit diversen Landveräusserungen umgesetzt werden. Wenn der Einwohnerrat an seiner Sitzung im November dem zustimmt, kann die Umsetzung angegangen werden.
Erstens will der Gemeinderat der St. Bernhard AG die Bauparzelle Langacker Teilgebiet West im Baurechtsvertrag abgeben, damit dort ein neues Alterszentrum gebaut werden kann. Die Gemeinde Wettingen hat dieses Grundstück bereits vor Jahrzehnten für die Realisierung eines Alterszentrums reserviert.
Um sich für kommende Herausforderungen zu rüsten und um die kantonalen Auflagen zu erfüllen, müsste das jetzige Alters- und Pflegeheim umgebaut werden. Unter anderem haben die Lage am Hang und die schlechte Anbindung an den öffentlichen Verkehr die Geschäftsleitung des Alterszentrum St. Bernhard dazu gebracht, nach Alternativen für eine Renovation zu suchen. «Für die Zukunft brauchen wir neue Wohnformen, die es den betagten Menschen ermöglichen, Dienstleistungen in Pflege und Betreuung nach Bedarf zusätzlich in Anspruch zu nehmen», so Bernadette Flükiger, Leiterin der St. Bernhard AG. Mit einem Neubau im Langacker will man dem Rechnung tragen. Man plant drei in der Höhe abgestufte Baukörper. Realisiert werden sollen 100 Pflegezimmer, je 30 1½- und 2½-Zimmer-Alterswohnungen, Räume für den Pflegebetrieb sowie für Dienstleistungsangebote wie Arztpraxen, Cafeteria und Therapieräume. «Dank einer straffen Organisation sind wir überzeugt, dass wir unser Ziel des Bezugs Anfang 2019 erreichen können», sagt Verwaltungsrat Remy Picard.
Zweitens soll mit der Interessengemeinschaft (IG) Tägerhardstrasse ein Baurechtsvertrag für die Parzelle 576 im Wannerareal zum Basislandwert von 600 Franken pro Quadratmeter abgeschlossen werden. «Damit kann für das Wettinger Gewerbe die mit dem Bevölkerungswachstum verbundene Nachfrage an Arbeitsplätzen etwas entschärft werden», so Dieth. In der IG beteiligte Firmen sind Huser Gebäudetechnik AG, mb Martin Bruggisser, KMP Architektur AG und Lägern-Plastic AG. Letztere ist zurzeit im Bahnhofsgebiet domiziliert. Somit würde ein Umzug auch einer Entwicklungsplanung im Bahnhofareal zugutekommen.
Drittens will der Gemeinderat nicht gebrauchte Parzellen an der Heimentalstrasse, im Binz und am Kapellenweg zu den wirtschaftlich besten Konditionen an Dritte zur Überbauung veräussern. «Damit wird der Baulandhortung entgegengewirkt und die innere Verdichtung unterstützt», so Dieth.


