Umfrage hat Akzeptanz des Tägis ergeben

Eine externe Befragung von über 500 Stimmbürgern ergab, dass das Tägi nicht infrage gestellt wird. Nun will der Gemeinderat das Projekt weiterverfolgen.

Markus Dieth freut sich über die externe Befragung, die ergab, dass das Tägi nicht infrage gestellt wird. Foto: bär
Markus Dieth freut sich über die externe Befragung, die ergab, dass das Tägi nicht infrage gestellt wird. Foto: bär

Der Gemeinderat hat das Markt- und Meinungsforschungsinstitut Isopublic beauftragt, über 500 Wettinger Stimmbürger zu befragen, was bei der Abstimmung über den Projektierungskredit für die Ertüchtigung und Erweiterung im Tägi zur Ablehnung geführt hat. Was hat die Umfrage ergeben? Gemeindeammann Markus Dieth: Sie hat bestätigt, was wir schon im Vorfeld gehört hatten: Man ist nicht gegen Eis und Wasser, sondern hat das Projekt wegen seiner Grösse und der hohen Kosten abgelehnt. 95% der Befragten wollen ausdrücklich Schwimm- und Eissportmöglichkeiten im Tägi. Und es wurde bemängelt, dass man nicht über einzelne Varianten abstimmen konnte.

Was heisst das für Sie? Es freut mich sehr, dass man nicht gegen das Tägi und den Schwimm- und Eissport ist, und deshalb werden wir ein günstigeres Projekt mit Eis und Wasser ausarbeiten, mit niedrigeren Kosten, und zwar so, dass der Souverän aus verschiedenen Varianten auswählen kann.

Was wird gestrichen, um die Kosten zu senken? Das Aussenwarmbecken werden wir wohl nicht mehr vorschlagen. Als mögliche Variante könnte man beispielsweise bei der Eishalle die Grösse minimieren, was dann auch beim Haustechnikkonzept und den Kosten- und Honorarberechnungen Einsparungen zur Folge hätte. Weitere Sparmassnahmen können der Verzicht auf die Mehrzweckhalle und Umwandlung in eine Eishalle sein sowie die Verkleinerung des Wellness- und Saunabereichs. Wir werden auch aufzeigen, was die Varianten mit und ohne gedecktem Ausseneisfeld kosten werden. Zudem soll das Betreibermodell überprüft und überarbeitet werden.

Wie viel Geld könnte man damit einsparen? Das wird sich aus den Überarbeitungen zeigen.

Das heisst aber auch, dass man weniger hätte? Ja klar. Wir müssen auch abklären, mit welchen Beträgen uns die umliegenden Gemeinden noch unterstützen werden, wenn wir keinen oder einen geringeren Mehrwert schaffen. Das wird sich ja dann auch auf unsere effektiven Kosten auswirken.

Apropos Region: War für das Nein auch ausschlaggebend, dass Wettingen die Hauptkosten trägt, obwohl die ganze Region profitiert? Nein, es freut mich besonders, dass dieses Argument nur bei 39% ausschlaggebend war.

Wer wurde überhaupt von Isopublic befragt? Es wurden aus ursprünglich 504 angerufenen Personen 318 – je zur Hälfte Männer und Frauen – befragt, welche auch an der Abstimmung teilgenommen haben, die Hälfte davon war gegen den Kredit, die andere dafür.

Was hat Sie besonders gefreut? Die Wettinger stellen das Tägi nicht infrage. 70% aller Befragten (also auch Gegner) gaben sogar an, bei einem zukünftigen Projekt für das Sport- und Erholungszentrum Tägi eine Steuerfussanpassung mitzutragen. Junge, Frauen, Haushaltungen mit Kindern, heutige Nutzer des Tägis und Wählende der FDP, CVP und SP sind sogar noch häufiger bereit, eine entsprechende Steueranpassung mitzutragen. Lediglich die SVP-Wählerschaft könnte sich mehrheitlich zum heutigen Zeitpunkt nicht zu diesem Schritt entschliessen. Nur gerade 46% sind der Ansicht, dass ausschliesslich rentable Angebote Platz haben sollten.

Was sind die Gründe, welche bei den Kreditbefürwortern zum Ja geführt hatten? Sie erachten die Sanierung als notwendig und wollen etwas für die nächste Generation und die Zukunft tun.

Wie geht der Gemeinderat nun weiter vor? Wir haben eine Begleitkommission mit Befürwortern, Gegnern und Fachleuten einberufen, die die Überarbeitung des Projekts nun begleiten wird. Im Januar soll dem Einwohnerrat ein Kredit für die Überarbeitung des Projektes unterbreitet werden. Anschliessend soll das Ergebnis der Überarbeitung des Projektes Tägi in geeigneter Form mit der Bevölkerung diskutiert werden. Im Herbst/Winter 2013 soll dem Einwohnerrat ein Kredit mit verschiedenen Varianten vorgelegt werden. Schliesslich soll dieses danach dem Souverän zur Auswahl vorgelegt werden. Der Baukredit wird voraussichtlich im Jahr 2015/16 vorliegen.

Trotz ambitiösem Fahrplan kommt es zu einer Verzögerung, welche den Eisbetrieb in Gefahr bringt? Ja, wir haben nur noch eine Betriebsbewilligung bis Ende Saison 2013/14. Falls der Einwohnerrat den Kredit für die Neuüberarbeitung des Projektes im Januar 2013 bewilligt, werden wir die kantonalen Behörden um eine Fristverlängerung bitten.

Mit welchen Erfolgschancen rechnen Sie? Ich kann mir vorstellen, dass wir nochmals investieren müssen, um die Sicherheit zu verbessern und um eine Betriebsverlängerung zu erhalten. Dasselbe müssen wir übrigens auch im Schwimmbadbereich machen. Das Dach weist erhebliche Mängel auf, die seit längerer Zeit immer wieder aufs Neue repariert werden müssen, und dessen Gesamtsanierung ist durch die Ablehnung des Projektierungskredits im Herbst hinausgezögert worden.

Weitere Artikel zu «Wettingen», die sie interessieren könnten

Kajütenbetten im Inneren des Bauwagens. zVg
Wettingen15.07.2026

«Mahnmal» vor dem Pflegeheim

Mit einem Bauwagen machte die Stiftung Sonnmatt auf das abgelehnte Baugesuch für den Erweiterungsbau aufmerksam.

Leser Paul von Matt schickte der Redaktion…

Kommandant Oliver Gross (l.) erhält den Schlüssel von Ammann Markus Haas.
Wettingen08.07.2026

Am «Fäscht» neues TLF eingeweiht

Nach Verzögerungen war es am «Wettiger Fäscht» endlich so weit: Das neue Tanklöschfahrzeug der Feuerwehr Wettingen konnte eingeweiht und vorgestellt werden.

Markus Haas «bestreitet» sein erstes «Wettiger Fäscht» als Ammann.awa
Wettingen08.07.2026

Die 51. Ausgabe war ein voller Hit

Das «Wettiger Fäscht» ist vorbei: Was bleibt gemäss OK-Präsident Silvan Möhl, ist das Gefühl von Stolz, Dankbarkeit und Gemeinschaft.

Konzerte, unzählige…