Teil der Gemeinde sein und bleiben

Am 26. April findet im arwo (Arbeiten und Wohnen, Stiftung für Behinderte) Wettingen aus Anlass des 40-Jahr-Jubiläums der Tag der offenen Türen statt.

Martin Cathrein setzt in der Werkstatt spezielles Werkzeug für Kabelbinder zusammen. Trotz Momenten der Monotonie weiss er seine Stelle, seinen Chef und seine Mitarbeiter zu schätzen, wie er selber sagt. Foto: ska
Martin Cathrein setzt in der Werkstatt spezielles Werkzeug für Kabelbinder zusammen. Trotz Momenten der Monotonie weiss er seine Stelle, seinen Chef und seine Mitarbeiter zu schätzen, wie er selber sagt. Foto: ska

Angefangen hat alles im November 1974, als das arwo noch AZW (Arbeitszentrum Wettingen) hiess. Hans Sollberger hat sich damals als «Gruppenleiter berufliche Massnahmen» beworben und die Stelle drei Wochen vor Eröffnung bekommen: «Gestartet sind wir mit elf Klienten, aber die Institution hat sich sehr rasch entwickelt und wir hatten bald eine enorme Warteliste.» Nach einem Jahr hatte sich der Personalbestand bereits verdreifacht und die Werkstätte hatte bereits zehn feste Kunden, von denen fünf bis heute Kunden des arwo sind.

1981 wurde das Wohnheim Kirchzelg eröffnet, das 44 Wohnplätze bot. Über die Jahre kamen weitere Werkstätten und Wohnheime dazu – aber stets in Wettingen, wie Geschäftsführer Roland Meier betont: «Das arwo ist Wettingen, wir wollten kein Getto schaffen, sondern Teil der Gemeinde sein.» Die Berührungsängste seien in Wettingen viel kleiner als in anderen Gemeinden, weil die Bewohner hier nicht abgeschottet werden wie anderswo. Meier ist erfreut über die UNO-Behindertencharta, die Menschen nach ihren Fähigkeiten und Möglichkeiten einstuft, nicht nach ihren Defiziten. Angepasste Arbeiten zu finden, ist aber auch im arwo nicht immer leicht, da die Behinderungen und Fähigkeiten der Klienten sehr unterschiedlich sind. Martin Cathrein setzt in der Werkstatt zum Beispiel Werkzeug zusammen, mit dem Kabelbinder festgezurrt und zugeschnitten werden. Eine eher monotone Arbeit, und er gibt zu: «Manchmal wird auch mir langweilig.» Dann müsse der Chef ihn wieder motivieren. Grundsätzlich ist er aber zufrieden und dankbar: «Ich bin froh, dass ich in der heutigen Zeit Arbeit habe. Viele warten auf einen solchen Platz.»

Aktuell mitten im Projektwettbewerb ist das Bauprojekt Bünt-Quartier, das 36 Wohnplätze, Beschäftigungsräume und eine modernere Küche bieten wird. Die aktuelle Küche ist 30 Jahre alt und war beim Bau für 150 Mittagessen ausgelegt. Heute werden darin 350 Mittagessen pro Tag zubereitet. 150 davon werden an die Wettinger Mittagstische und Tagesstrukturen geliefert. Belinda Mastev, pädagogische Leiterin Tagesstern Wettingen, ist zufrieden: «Die Mahlzeiten sind sehr ausgewogen, selbst wenn wir Anpassungen wegen Allergien der Kinder bestellen.»

Tag der offenen Türen: Samstag,26. April, 9–15 Uhr. Geöffnet sind Wohnheim, Schreinerei, Werkstätten Kirchstrasse, Siebdruck, Werkstätten Limmatrain und Arwola; zwischen den Standorten Spanischbrötlibahn und Shuttlebusse. 10.30–18 Uhr Festzelt, mit Musik ab 13.30 Uhr.

Weitere Artikel zu «Wettingen», die sie interessieren könnten

Kajütenbetten im Inneren des Bauwagens. zVg
Wettingen15.07.2026

«Mahnmal» vor dem Pflegeheim

Mit einem Bauwagen machte die Stiftung Sonnmatt auf das abgelehnte Baugesuch für den Erweiterungsbau aufmerksam.

Leser Paul von Matt schickte der Redaktion…

Kommandant Oliver Gross (l.) erhält den Schlüssel von Ammann Markus Haas.
Wettingen08.07.2026

Am «Fäscht» neues TLF eingeweiht

Nach Verzögerungen war es am «Wettiger Fäscht» endlich so weit: Das neue Tanklöschfahrzeug der Feuerwehr Wettingen konnte eingeweiht und vorgestellt werden.

Markus Haas «bestreitet» sein erstes «Wettiger Fäscht» als Ammann.awa
Wettingen08.07.2026

Die 51. Ausgabe war ein voller Hit

Das «Wettiger Fäscht» ist vorbei: Was bleibt gemäss OK-Präsident Silvan Möhl, ist das Gefühl von Stolz, Dankbarkeit und Gemeinschaft.

Konzerte, unzählige…