Reduktion um 18 Prozent
Seit dem Jahr 2013 wird der Strom fürs Elektrizitätswerk Wettingen auf dem freien Markt eingekauft. Das wirkt sich zurzeit auch für die Bevölkerung finanziell positiv aus.

«Wir haben letztes Jahr entschieden, dass wir auf dem freien Markt Strom einkaufen werden», sagt Peter Wiederkehr, Geschäftsführer des Elektrizitäts- und Wasserwerks Wettingen (EWW). Dieser Entscheid hat sich finanziell ausgezahlt. Da der Entscheid aber erst nach Bekanntgabe der Preise an die ElCom und die Kunden gefällt wurde, konnte die Preisreduktion noch nicht an die Kundschaft weitergegeben werden. Das wird nun in der Rechnung, die im Sommer verschickt wird, nachgeholt. Die Bevölkerung profitiert von einer Reduktion um 18 Prozent. Die Elektrizitätsversorgung schliesst mit einem Ertragsüberschuss von mehr als einer halben Million Franken ab.
Den Wasserpreis hat man hingegen per 1.1.2013 auf Fr. 1.30 pro m³ angehoben, um die Kosten für Finanzierung des Grundwasserpumpwerks Tägerhardwald sowie der Quellsanierung und des Neubaus Reservoir Birch stemmen zu können. Knapp 13 Millionen wird für die gesamte Wassersanierung aufgewendet. Wegen fehlender Genehmigungen haben sich die Sanierungen jedoch verzögert. Die Quellsanierung ist immer noch in der Ausführungsplanung und soll diesen Sommer begonnen werden, der Neubau des Reservoirs Birch wurde aufs Jahr 2015 verschoben. Die Verzögerungen haben dazu geführt, dass man auch in der Wasserversorgung einen Ertragsüberschuss von 1,143 Mio. Franken erzielte. Ist die Erhöhung des Wasserpreises vor einem Jahr damit überhaupt gerechtfertigt? «Ja. Die Ausgaben haben sich nur verzögert, das Geld wird aber in Zukunft gebraucht, um die Wasserversorgung sicherzustellen», sagt Gemeinderat und Ressortvorsteher Roland Kuster.
Bereits im Bau ist das Grundwasserpumpwerk Tägerhardwald. Eine Bohrung ist bereits abgeteuft, bis im Herbst sollten die restlichen zwei Bohrungen fertig sein. Am 26. April hat die Bevölkerung die Möglichkeit, von 10 bis 13 Uhr die Baustelle und eine Brunnenbohrung zu besichtigen und sich um 10.30 und 11.30 Uhr übers Projekt informieren zu lassen.
Wie nötig sauberes Wasser ist, zeigen die Zahlen der Wasserversorgung eindrücklich: Der durchschnittliche Tagesverbrauch pro Einwohner beträgt in Wettingen 243 Liter pro Tag. «Und das ist im Vergleich zu anderen Orten in der Schweiz eher niedrig», ergänzt Wiederkehr. Ganz anders sehe das im Vergleich zu anderen (europäischen) Ländern aus.
Peter Wiederkehr zieht also eine durchaus positive Bilanz im Jahr 2013. «Wir konnten unser neues Werkhof- und Verwaltungsgebäude an der Fohrhölzlistrasse in Betrieb nehmen.» Die Kreditabrechnung liege zwar noch nicht vor, doch man wisse, dass man was Kosten, Zeit und Qualität betreffe, auf Kurs sei. Die investierten, 7,523 Mio. Franken seien denn auch zum grossen Teil in den Neubau geflossen. Die Bevölkerung kann sich davon am 17. Mai, von 10 bis 15 Uhr ein Bild machen. Die Mitarbeiter des EWW laden dann zum Tag der offenen Tür ein.
Der EWW-Geschäftsbericht 2013 mit detaillierten Zahlen kann im EWW, unter Tel. 056 437 20 90 bezogen oder unter www.ew-wettingen.chheruntergeladen werden.


