Rathausplatz als Rettungs-Oase
Am Rettungstag auf dem Rathausplatz präsentierten am Samstag die Rettungskräfte der Region ihr Können und ihr Equipment.
Von weitem hat man den Eindruck, an einen riesigen Unfallort zu gelangen: Ein Grossaufgebot an Rettungswagen sowie eine Vielzahl an Rettungskräften leuchten einem in Neonfarben entgegen. Kommt man aber näher, wird man von der guten Stimmung rund um das Rathaus regelrecht mitgerissen.
Was man sonst vermutlich nur in Filmen zu sehen bekommt, ist am letzten Samstag für jedermann zugänglich. So können Kinder ein Polizeiauto mal von innen sehen oder einen Helikopter genauer unter die Lupe nehmen. Die Regionalpolizei Wettingen-Limmattal lässt ihren Polizeihund einen versteckten Gegenstand aufspüren und zeigt den Besuchern dessen möglichen Angriff.
«Ich bin stolz darauf, dass wir heute alle Rettungskräfte an einem Ort zusammengebracht haben!», meint Markus Dieth, Gemeindeammann Wettingens. Tatsächlich ist von Samariterverein und TCS über die Rega, die Regionalpolizei und die Feuerwehr alles vertreten.
Permanent wird das Rettungspersonal interviewt und erklärt Jung und Alt die Instrumente und Abläufe eines Einsatzes. Zudem demonstriert der Samariterverein den Besuchern das richtige Handeln bei einem Herzinfarkt und zeigt dabei die Methodik der Herzmassage.
An Kreativität leidet der Anlass jedenfalls nicht: So kann man sich eine Unfallverletzung schminken lassen oder beim Mohrenkopfschiessen seine Zielsicherheit trainieren. Zudem besitzt jede Organisation einen Stand, bei dem sich die Besucher mit einer Menge an Informationen eindecken können. Dies war nämlich eines der Motive, einen solchen Rettungstag durchzuführen: «In den Medien wird immer deutlicher, dass viele Leute gar nicht wissen, welche Rettungskräfte wir hier in Wettingen überhaupt haben», meinte Anita Peter, Organisatorin des Rettungstages. Nun möchte man der Bevölkerung einmal die Gelegenheit geben, alles ganz genau zu betrachten. Zudem sehe sie den Anlass als Chance, neue Mitarbeiter zu gewinnen, da der Rettungsdienst in den letzten Jahren an grossem Personalmangel leide. Anita Peter ist Mitglied des Samaritervereins Lägern-Wettingen, welcher die Initiative für einen solchen Rettungstag ergriff, der in dieser Form zum ersten Mal stattfand.
Wie es aber im Rettungs-Business so ist, kann man nie etwas vorhersehen. Und so kam doch tatsächlich am späten Vormittag eine Brandmeldung dahergeflogen, woraufhin einige Rettungskräfte den friedlichen Festanlass verlassen und sich wieder dem Ernst des Lebens zuwenden mussten. Notfälle kommen eben immer dann, wenn man sie am wenigsten brauchen kann – aber daran ist sich das Rettungspersonal vermutlich gewöhnt.












