Quell- und Grundwasser

Fortsetzung Frontartikel
«Trinkwasser ist eines der höchsten Güter und bei uns zum Glück in Hülle und Fülle vorhanden», sagt Roland Kuster, Gemeinderat und Ressortvorsteher EWW. Am meisten Wasser verbrauchen in Wettingen die Privathaushalte. Hinzu kommen kleinere Posten im Gewerbebereich und die Wärmepumpe des Tägi. Der Verbrauch ist stagnierend bis sinkend und beträgt rund 6100 Kubikmeter pro Tag. Das Wasser stammt zu einem kleinen Teil (im Jahr 2011 zirka 8 Prozent) aus Quellen, was aber aus qualitativen Gründen weniger geworden ist, und zum grössten Teil (zirka 92 Prozent) wird es durch die Grundwasserpumpen Tägerhard und Bettleren gefördert.
Das neue Grundwasserpumpwerk Tägerhardwald ist ein Gemeinschaftsprojekt zwischen Wettingen, Würenlos und Neuenhof und ausgelegt für die Vollversorgung der drei Gemeinden. Es wird drei Schächte haben, wobei jede Gemeinde die Pumpen in ihrem Schacht unabhängig von den anderen steuern kann. Die Kosten für Gebäude, Pumpen und Wasserleitungen sind für jede Gemeinde separat berechnet worden; den Strom bezahlen die Gemeinden anteilsmässig, je nachdem, wie viel sie pumpen. Das Grundwasserpumpwerk Tägerhardwald als Gesamtes kostet 11,9 Mio. Franken (3177000 Franken für Würenlos, 4839000 Franken für Wettingen und 3884000 Franken für Neuenhof).
Das Pumpwerk Tägerhard wird nach dem Bau nicht mehr zur Trinkwasserförderung genutzt, da die Schutzzone durch die Bahnlinie nicht mehr gewährleistet ist. Es liefert künftig nur noch Wasser für die Schluckbrunnen, die verhindern, dass das Pumpwerk Tägerhardwald Limmatwasser anzieht.
Die Wasserreservoire Scharten 1 und 2 sind alt und bedürfen der Sanierung. Auch Birch ist ein Abbruchobjekt, das dringend ersetzt werden muss. Die Planung sieht nun den Abbruch und den Neubau des Reservoirs Birch vor, da dies langfristig die günstigste Variante ist. Scharten 1 und 2 können somit auch abgerissen werden. Der Neubau des Reservoirs Birch soll an derselben Stelle entstehen wie das bisherige, 112-jährige Reservoir. Es wird 4000 Kubikmeter Wasser fassen und nebst weiteren Vorteilen die Störungsreserve auf das empfohlene Niveau anheben. Die Kosten für den Neubau belaufen sich auf 4540000 Franken.
Quellen sind umweltfreundlich, da ihr Wasser nicht mit zusätzlicher Energie hochgepumpt werden muss, und wichtig für die Not- wasserversorgung und zur Entlastung des Grundwassers, weshalb sie nun saniert und weiter oben im Wald neu gefasst werden sollen, damit die Schutzzonen (das Gebiet oberhalb der Quelle, das freigehalten werden muss, um die Quelle vor Verunreinigung zu schützen) besser eingehalten werden können. Fortan könnten auch die Brunnen im Wald mit trinkbarem Wasser gespeist werden. Für die Quellensanierung ist mit 3560000 Franken zu rechnen.(ska)


