Prinzipien und Wertvorstellungen
Die Lehrpersonen stellen den Schulsozialarbeitern von Wettingen ein gutes Zeugnis aus.

Nach zehn Jahren Schulsozialarbeit wurde eine Umfrage unter den Lehrkräften der Wettinger Schulen lanciert. «Wir wollten uns vergewissern, dass unsere Werte und Vorstellungen von den Lehrerinnen und Lehrern eben-so wahrgenommen werden», sagt Monika Peter, Schulsozialarbeiterin und Leiterin eines dreiköpfigen Teams. Von Kindergarten bis und mit Oberstufe stehen sie Lehrkräften sowie Schülerinnen und Schülern mit Rat und Tat erfolgreich zur Seite. Die von der Hochschule Luzern ausgewertete Umfrage ist äusserst positiv: «Die Lehrkräfte schätzen uns Schulsozialarbeiter besonders als Vermittler, Ratgeber und Ansprechpartner», bilanziert Peter und freut sich: «Unsere Prinzipien und Wertvorstellungen stimmen mit denjenigen der Lehrpersonen überein.»
Sie wurde als erste Schulsozialarbeiterin in Wettingen angestellt. «Im gesamten Kanton war meine Stelle erst die fünfte», erinnert sich die ehemalige Lehrerin. «Heute gibt es über 110 Stellen.» Was damals ein Pilotprojekt war, ist heute längst fester Bestandteil der Schule Wettingen. Unstimmigkeiten, Probleme, Unsicherheiten und Ähnliches werden schon früh erkannt und angegangen. Es kommt seltener zu einer Eskalation.
Die dem Gemeinderat unterstellten Schulsozialarbeiter sind heute bestens vernetzt, sowohl mit der Schulleitung wie auch mit Lehrpersonen und Schülern. Zu Beginn war dies nicht so: «Damals bestand meine Aufgabe vor allem aus ‹Troubleshooting›, die Konfliktherde haben quasi schon gebrannt», so Peter.
Ziehen Lehrerinnen und Lehrer die Schulsozialpädagogen besonders bei Klassenunruhen oder Elterngespräche zurate, haben Kinder andere Sorgen: das Unwohlsein oder Ausgegrenztwerden in der Klasse, Leistungsdruck oder Unstabilitäten im familiären Umfeld. «Doch manchmal stört auch nur, wenn die beste Freundin nicht mit in die Pause geht», so Peter, die in einer solchen Situation oft nur ein verständnisvolles Ohr leihen muss.
Um erfolgreich zu unterstützen, ist eine stete Präsenz vonnöten. Diese könnte grösser sein, so geht aus der Umfrage hervor. «Ich denke jedoch, dass wir normal ausgelastet sind», so Peter. Einzig die Tatsache, dass alle drei Schulsozialarbeiter mehrere Schulhäuser betreuen, könnte den Eindruck erwecken, dass sie nicht immer zur Stelle seien. «Wir sind jedoch immer telefonisch oder per E-Mail erreichbar und meist lässt sich schnell ein Termin für die Besprechung finden.» Es komme auch vor, dass mehrere Schüler gemeinsam ein Problem besprechen wollen, dann bleibt der Schulsozialarbeiterin die Aufgabe, die richtigen Fragen zu stellen und als eine neutrale Instanz zu agieren.
Die Ergebnisse der Umfrage wurden vergangene Woche den Lehrerinnen und Lehrern in der Aula Margeläcker präsentiert. Unterstrichen wurde die Präsentation von Alexandra Locher und Jacob Jensen vom Formtheater Act-back. Die improvisierten, doch realitätsnahen Szenen, das Gespräch von einer Schulsozialarbeiterin und einem Lehrer, wurden anschliessend von den Anwesenden besprochen.


