Niemand soll alleine feiern müssen
«Für mich beginnt Weihnachten erst am 25. Dezember. Vorher bin ich wegen der Vorbereitungen ziemlich angespannt», sagt Barbara Marti offen und ehrlich.

«Wenn ich dann aber an Heilig- abend nach der Weihnachtsfeier heimkomme, bin ich glücklich, weil sich der Aufwand gelohnt hat», sagt die Pfarrfrau. Seit zehn Jahren organisiert Barbara Marti die Weihnachtsfeier der Freien Evangelischen Gemeinde (FEG) in Wettingen, wo ihr Mann als Pfarrer arbeitet. Eingeladen sind alle: Paare, Alleinstehende, Familien, Obdachlose, Asylanten usw. «Die 30 Helfer und ich wissen bis am Abend nicht genau, wie viele und welche Gäste kommen», sagt die Neuenhoferin und fügt an, dass dies die grösste Herausforderung sei. «In einem Jahr waren wir mehr Helfer als Gäste und haben uns schon gefragt, ob die Feier überhaupt noch einem Bedürfnis entspricht.» Da im nächsten Jahr dann über 80 Personen gekommen sind, seien die Bedenken wieder verflogen. Als Erfahrungswert geht Marti nun von 80 Personen aus. Ihnen wird ein kostenloses, einfaches Zwei-Gang-Menü und nach der Weihnachtsfeier ein Dessertbuffet offeriert. Wenn zu viel Essen gekocht wurde, werden die Essensreste ins Badener Sozialwerk Hope gebracht.
Die Weihnachtsfeier ist vor dreizehn Jahren ins Leben gerufen worden. «Es soll niemand am Heiligen Abend alleine feiern müssen, also muss es ein Angebot geben. Und wenn es nicht von einer Kirche organisiert wird, von wem dann?», begründet Marti. Die Gästeschar stamme aus verschiedenen Kulturen. «Auch aus solchen, die Weihnachten nicht kennen», sagt die 58-Jährige. Sie sei gespannt, wer sie und ihre Helfer am diesjährigen Heiligabend empfangen dürfen.Di, 24.12., 19 Uhr, Freie Evangelische Gemeinde, Bahnhofstrasse 73, Wettingen, Anmeldung erbeten unter Tel. 056 427 41 41 oder weihnachten@feg-wettingen.ch. Ein weiteres Angebot organisiert die Pro Senectute: Di, 24.12., 16.30–20 Uhr, Rest. Winkelried, Wettingen, Anmeldung unter:Tel. 056 2034080.


