Max Keller ist eidgenössischer Ehrenveteran

Das älteste Aktivehrenmitglied der Harmonie Wettingen-Kloster, Max Keller, wurde durch den Musikverband am kantonalen Musiktag in Wegenstetten für 70 Jahre aktives Musizieren zum ersten eidgenössischen Ehrenveteranen ernannt.

Max Keller der Harmonie Wettingen-Kloster ist erster eidgenössischer Ehrenveteran. Foto: zVg
Max Keller der Harmonie Wettingen-Kloster ist erster eidgenössischer Ehrenveteran. Foto: zVg

Was sind Ihre Erinnerungen an den Kantonalen Musiktag? Ich habe mich sehr auf diesen Tag gefreut – und es war herrlich! Als ich die Auszeichnung vom Aargauischen Musikverband entgegennehmen durfte, hatte ich das Gefühl, das ganze Festzelt gehöre mir – alle anwesenden Personen haben sich zusammen mit mir gefreut. Die Fanfare unserer Trompeten und Posaunen waren einfach unglaublich. Es war etwas ganz Besonderes und ich bin glücklich und dankbar, dass ich diesen Moment erleben durfte.

Ebenfalls in diesem Jahr durften Sie Ihren 80. Geburtstag feiern – Sie haben also als 10-Jähriger mit dem Musizieren begonnen: Erinnern Sie sich noch, wie alles begann? Der damalige Dirigent der Knabenmusik und der Harmonie, Josef Widmer, war in Wettingen als Versicherungsagent tätig. Meinen Vater überzeugte er davon, dass wir Kinder ein Instrument lernen sollten. So kam es, dass ich in der Knabenmusik landete. Zuerst auf dem Flügelhorn und später auf dem Tenorhorn – weil es dieses Instrument gerade brauchte. Mit 16 Jahren spielte ich parallel zur Knabenmusik noch in der Harmonie mit. Mit 18 musste jeder die Knabenmusik verlassen. Somit war der Wechsel in die Harmonie definitiv. Dass Josef Widmer damals ganze Arbeit geleistet hatte, zeigte das Resultat, dass ich in der Harmonie mit fünf meiner Brüder musizierte. Aber nicht nur wir Kinder wurden vom Musikvirus befallen: Unser Vater war – nachdem wir mit dem Musizieren begannen – während 20 Jahren Präsident der Knabenmusik.

Sie sind nicht nur ein ausserordentlich zuverlässiges Vereinsmitglied, sondern haben sich auch stets für den Verein eingesetzt – in welchen Ämtern? Total war ich während18 Jahren im Vorstand aktiv (1954–72): zuerst als Mitgliederobmann, dann als Aktuar und zuletzt als Präsident.

Sie haben viel Zeit für die Harmonie Wettingen-Kloster aufgewendet. Gab es auch Zeiten, wo Sie die Lust zum Musizieren ein bisschen verloren haben? Einen wirklichen Hänger hatte ich nie. Mir bedeuten die Harmonie und das Vereinsleben seit jeher sehr viel. So war es einfach immer klar, dass ich in diesem Verein mitspiele. Meine Frau Sonja musste viel auf mich verzichten, weil die Harmonie sehr, sehr oft Vorrang hatte. Wenn ich mir das so überlege: im Schnitt ca. 70 Einsätze im Jahr mal 70 Jahre – da kommt doch einiges zusammen!

Was schätzen Sie besonders an der HWK? Die Kameradschaft und die Hilfsbereitschaft sind sehr ausgeprägt. Das Vereinsleben existiert hier noch im wahrsten Sinne des Wortes. Ich freue mich auch sehr ob dem grossen Engagement der Jungen. Sie zeigen mir auch sehr oft, dass sie das Alter schätzen. Es sind keinerlei Berührungsängste da. Der Verein trägt einen!(bf)

 

 

Weitere Artikel zu «Wettingen», die sie interessieren könnten

Der grosszügig gestaltete Kindergarten wird besichtigt.
Wettingen23.09.2026

«Ein Stück Zukunft ist entstanden»

In der Neubausiedlung Klosterbrühl wurde ein Kindergarten erstellt. Dieser wurde nun offiziell eingeweiht. 20 Kinder werden hier unterrichtet.

Die neu…

Abgebrochene Bäume.
Wettingen23.09.2026

Die ungeheure Wucht des Sturms

Die Schäden des Sturmereignisses Ende August sind im Wettinger Wald besonders eindrücklich zu sehen. Für das Team um Förster Moritz Fischer eine…

Gekonnt wird auf der Tanzfläche zur Swingmusik getanzt.
Wettingen16.09.2026

«Einmal im Jahr Party muss sein»

Die Wettinger Seniorinnen und Senioren zeigten am Herbstfest, dass sie noch lang nicht zum alten Eisen gehören. 430 Gäste liessen sich von der Argovia Swing…