Kinder stecken voller guter Ideen
Der Kinder-Mitwirkungstag im Quartier Dorf ist vorbei, und die Projekte sollen nun ins Rollen kommen.

Kinder haben Ideen und klare Vorstellungen von ihrer Umgebung und dem Raum, in dem sie wohnen und leben. Beim Projekt «Kinder Mit Wirkung» steht die Partizipation von Kindern im Mittelpunkt. An zwei Tagen haben Kinder im Quartier Dorf in Wettingen Ideen zu Projekten gesammelt und angeregt darüber diskutiert. Ausgearbeitete Ideen wurden präsentiert, um dann durch eine demokratische Abstimmung herauszufinden, welche der Ideen umgesetzt werden sollen.
Die teilnehmenden Kinder lernten dabei spielerisch erste politische Prozesse kennen und merkten hierbei sehr deutlich, was realisierbar ist und was eine schöne Utopie bleibt. Eine Glace zwischendurch und eine Wasserschlacht am Ende des Tages durften bei solch einer Veranstaltung natürlich nicht fehlen.
Finanzierungsfragen spielen bei den Kleinen wie bei den Grossen eine Rolle: Woher kommt das Geld und was macht man, wenn kein Geld da ist? Hier sind dann die Erwachsenen gefragt: Keine falschen Versprechen machen und doch die Motivation aufrechterhalten – ein Drahtseilakt, den alle kennen.
Die Projekte in diesem Jahr sind ein Skaterpark in Wettingen, eine Bungee-Jumping-Anlage und eine Outdoor-Rennbahn für kleine ferngesteuerte Autos.
Die Kinder haben verstanden, dass die Ideen adaptiert und in kleine Schritte aufgeteilt werden müssen. Der Skaterpark könnte im Tägi entstehen. Hierzu werden die Kinder ein Video drehen. Beim Wunsch nach einer Bungee-Anlage zeigte sich, dass die Kinder es spannend finden, in die Höhe zu gehen, um irgendwo runterzuspringen. Hier bot sich die alternative Möglichkeit Harassenklettern und ein Besuch bei der Feuerwehr, um dort in ein Sprungtuch zu springen. Die Rennbahn für die Modellautos soll aus zusammensetzbaren Modulen entstehen. Hier hilft ein Zimmermann mit, der mit den Kindern diese Module mit verschiedenen Elementen (Tunnel, Kurven, Brücken etc.) baut. Die Umsetzungen und Planungen laufen an, wobei bereits die ersten Hürden auftauchen. Wer bietet Platz? Wer hilft mit? Hat die Feuerwehr überhaupt noch Sprungtücher? Wer hat einen Kran? Wie kommt man an Bewilligungen?
Die Erwachsenen tauchen wieder ein in neue Gebiete, kämpfen sich durch den Dschungel an Vorschriften, Genehmigungen, Sicherheitsstandards, werden konfrontiert mit Kranverordnungen, Krantypen und immer wieder mit der Geldfrage. Hier ist das Engagement des Organisationskomitees gefragt, das Durchhaltevermögen und, das ist wohl das Wichtigste, die Freude an der Freude der Kinder.
Die Kinder zeigten, dass sie schon kleine Experten sind und die Welt der Erwachsenen sehr gut verstehen. Sie sind fähig, dieses Mitsprache- und Gestaltungsrecht zu schätzen, und möchten weiterhin mitreden. Sie haben das Gefühl, gehört zu werden. Gleich nächste Woche wird das erste Kinderplenum der Mitwirkungskinder Dorf zusammengerufen, um über eine Idee des OKs abzustimmen. Ein Fest oder ein Anlass wären schön, um dort die Projekte umzusetzen. Die Unterstützung des Elternrates, des Quartiervereins Dorf, der Schulen im Quartier Dorf und der Helfer vor Ort hat bei den Kindern jetzt schon Tage mit Wirkung hinterlassen. Die Ideen für die Umsetzung gehen also nicht aus und der eine oder andere Plan B wird sicher vorhanden sein. (ks)


