Kinder ernst nehmen

Zweimal haben sich Kinder aus dem Lindenhofquartier getroffen und ihre Wünsche geäussert. Einige werden nun umgesetzt.

Kinderkonferenz Kinder dürfen mitbestimmen, wie das Quartier Lindenhof in Zukunft gestaltet werden soll. Foto: Sandra Ardizzone
Kinderkonferenz Kinder dürfen mitbestimmen, wie das Quartier Lindenhof in Zukunft gestaltet werden soll. Foto: Sandra Ardizzone

«Wir wollen den Kindern zeigen, dass wir sie ernst nehmen», begründet Gemeinderätin Antoinette Eckert die Lancierung des Projekts «Kinder mit Wirkung».

Die Auswertung der Unicef hat ergeben, dass in Wettingen der Fokus mehr auf Jugendliche gerichtet ist und die Bedürfnisse der unter 12-jährigen Kinder weniger berücksichtigt werden. Um das Unicef-Label «kinderfreundliche Gemeinde» zu erhalten, was in einem Postulat gefordert wurde, wirkt man dieser Kritik nun mit dem Projekt entgegen.

Im März trafen sich 30 Kinder des Lindenhofquartiers zur ersten Kinderkonferenz im Kanton Aargau. Die im Durchschnitt acht Jahre alten Kinder haben Ideen gesammelt, wie sie ihren Lebensraum gerne gestalten würden. Ende Mai haben sich nochmals 20 Kinder getroffen und die Ideen konkretisiert. Mit von der Partie waren neben Vertretern der Gemeinde, der Jugendkommission, dem Lindenhof-Abwart auch Leiterinnen und Leiter von Jungwacht und Blauring St. Anton.

«Die meist gewünschten Ideen waren ein Fussballstadion, eine Kinderdisco, ein Streichelzoo und ein Schlumpfdorf», sagt Eckert. Die Ideen wurden zusammen mit den Kindern auf ihre Umsetzung hin geprüft, sodass die Kinder beispielsweise merkten, dass die Tiere auch während der Ferien gepflegt und gefüttert werden müssen.

Zusammen mit «infoklick.ch», dem Träger des Projekts, wird nun versucht, die Ideen ansatzweise um- zusetzen. «Die Kinder dürfen beispielsweise einmal in einem Probetraining mit einer bekannten Fussballpersönlichkeit mitmachen.» Auch die Jugendarbeit und der Abwart helfen mit, dass die Wünsche realisiert werden können. Die Schlumpfidee soll bei der nächsten Spielplatz-Sanierung einfliessen. «Die Kinder sprühen vor Ideen und wir wollen sie nicht warten lassen, sondern die Ideen schnell umsetzen.» Finanziert wird das Projekt während der Pilotphase zwei Jahre lang vom Kanton. Um dies zu nutzen und das Feuer der ersten Erfahrungen nicht wieder erlöschen zu lassen, würde Eckert das Projekt gerne nächstes Jahr nochmals durchführen. Dann sollen Kinder aus einem anderen Quartier zum Zug kommen und hoffentlich genauso viele gute Ideen vorbringen.

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