Ja zu Blockzeiten, Nein zu durchgehenden Tagesstrukturen

Mittagstisch für Wettinger Schulkinder. Foto: Archiv/wal
Mittagstisch für Wettinger Schulkinder. Foto: Archiv/wal

Einstimmig beschloss der Einwohnerrat die Einführung der Blockzeiten auf das Schuljahr 2012/13 an allen Primarschulen. Um dies umzusetzen, werden die Primarschüler künftig das Schulfach «Freies Gestalten» besuchen. Die dafür notwendigen Kosten von 105000 Franken wurden vom Rat einstimmig bewilligt. Ebenso die infrastrukturelle Anpassung der Klassenzimmer (60000Franken) sowie die Umgestaltung eines Zimmers für 10000 Franken.

Zurückgewiesen worden ist hingegen die Errichtung eines Pavillons (600000Franken) auf dem Schulareal Dorf, um den für die Einführung des Blockzeitenunterrichts benötigten Schulraum zu schaffen. 35 Einwohnerräte lehnten diesen Bau ab und forderten den Gemeinderat dazu auf, ihm am 8. Dezember 2012 eine neue Variante mit Pavillon oder Container darzulegen.

Zu Diskussionen führte die Motion von Marianne Rüegg. Sie ist Präsidentin des Vereins Tagesstrukturen und wollte, dass ab dem Schuljahr 2012/2013 alle Schulkinder die Möglichkeit haben, das Angebot der Tagesstrukturen zu nutzen – unabhängig davon, ob sie am Nachmittag Schule haben oder nicht. Sie schlug vor, die Betreuungsstunden, die dank den Blockzeiten am Morgen nicht mehr nötig sind, in den Nachmittag hineinzuverlegen und die beiden Betreuungsstunden vom Mittwochmorgen neu als Mittagstisch einzusetzen. 29 Räte waren gegen und 19 für die Umsetzung dieser Motion.

«Wir können mit diesem Entscheid nicht leben», sagt Rüegg am Montag nach der Einwohnerratssitzung und will deshalb an der nächsten Vereinsversammlung vorschlagen, den Leistungsvertrag mit der Gemeinde auf Ende Schuljahr zu kündigen. In diesem Fall müsste die Gemeinde mit einem neuen Anbieter zusammenarbeiten, um das Angebot des Mittagstischs und der Betreuungsstunden aufrechtzuerhalten.

 

Die CVP reichte an der Einwohnerratssitzung zwei Postulate zum Thema Betreuung ein. Einerseits fordert sie zielgerichtete Fremdbetreuungsformen und andererseits eine Gleichbehandlung der Familienformen. Konkret will die CVP, dass mit dem Verein «Die Tagesfamilie» eine Leistungsvereinbarung abgeschlossen, im Sommer 2013 ein Tageshort eröffnet, der Mittagstisch von Montag bis Freitag angeboten und nach dieser Umsetzung auf weitere dezentrale Betreuung an den Schulen verzichtet wird. Gleichzeitig sollen Familien, die keine von der Gemeinde subventionierte Fremdbetreuung in Anspruch nehmen, ein monatliches Kinderbetreuungsgeld erhalten. Der Gemeinderat wird die Postulate nun prüfen.

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