In Wettingen wirdweiterhin gespart
Bei gleichbleibendem Steuerfuss von 92 Prozent und einem Umsatz von 109,26 Millionen Franken präsentiert der Gemeinderat das Budget 2014.
Der Voranschlag 2014 wird den Bürgern in neuem Kleid präsentiert. Mit der vom Kanton vorgegebenen Umstellung auf das neue Rechnungsmodell HRM2 wird der Bürger den Voranschlag in Form eines Büchleins erhalten. Der darin ausgewiesene Umsatz liegt um 1,26% oder 1,357 Mio. Franken über dem Wert der Rechnung 2012 und 3,37% oder 3,8 Mio. Franken unter dem Wert des Voranschlages 2013. Weil mit der Umstellung auf HRM2 ein Vergleich mit dem Budget 2013 nicht möglich ist, wurde die Rechnung 2012 als Basis genommen.
Nach dem schlechten Rechnungsergebnis 2012 hat der Gemeinderat bereits Sparmassnahmen eingeleitet und will diese nun weiterführen. «Der Sach- und übrige Betriebsaufwand wird im Voranschlag 2014 gegenüber der Rechnung 2012 um 7,36% unterschritten», sagt Gemeindeammann Markus Dieth zu den Sparmassnahmen.
Der Voranschlag sieht einen Nettoaufwand von rund 49,75 Mio. Franken vor. Im Finanzplan 2013–2017 ging man von einem Nettoaufwand von 50,5 Mio. Franken aus. Die budgetierten Steuererträge entsprechen den Finanzplanwerten. Zu höheren Ausgaben kommt es infolge der Ausgleichsabgabe zur Kompensation der Spitalfinanzierung beim Finanz- und Lastenausgleich.
Der Voranschlag 2014 ist ausgeglichen. Aus den in den Funktionen direkt verbuchten planmässigen Abschreibungen von 4,496 Mio. Franken sowie der Abschreibung der Investitionsbeiträge ARA von Fr.306483.20 resultiert eine Selbstfinanzierung (inkl. Eigenwirtschaftsbetriebe) von 4,8 Mio. Franken.
Fürs Jahr 2014 sind rund 32,5 Mio. Franken Investitionen budgetiert. Mit grossen Beträgen zu Buche schlagen beispielsweise der Kauf des EW-Gebäudes (9,15 Mio. Franken), der Neubau des Schulhauses Zehntenhof (8,79 Mio. Franken) oder die Aufstockung Schulhaus Margeläcker (8,895 Mio. Franken). Die Selbstfinanzierung liegt mit 3,665 Mio. Franken um 1,25 Mio. Franken unter dem Wert des aktuellen Finanzplanes. «Der Selbstfinanzierungsgrad ist nicht gerade toll, aber in Anbetracht der hohen Investitionen absolut vertretbar», kommentiert Finanzverwalter Martin Frey.
Trotz Sparmassnahmen sei in gewissen Bereichen auch ein Ausbau nötig, beispielsweise beim Bestattungsamt. In einem 40%-Aushilfsverhältnis und 40% als Nebenaufgabe im Inventuramt wird das Amt geführt. Der Gemeinderat schlägt vor, die Aushilfsstelle nun fest in den Stellenplan aufzunehmen und eine neue 60%-Stelle zu schaffen, damit 100% abgedeckt werden können. «Dadurch können wir diese Dienstleistung verbessern, sodass man bei einem Todesfall ein oder zwei Ansprechpersonen hat», so Dieth. Im Weiteren solle infolge der grossen Arbeitsbelastung das Pensum der Personalstelle von 80 auf 85% erhöht.
In den vergangenen 5 Jahren wurden die Löhne im Durchschnitt um jeweils 1,1% (individuell) angepasst, wobei die Teuerung in den Jahren 2009 bis 2012 ausgeglichen war. Zusätzlich wurden die Löhne im Jahre 2009 generell um 1,6% angehoben. Im Jahr 2014 wird nun auch in diesem Bereich gespart es werden keine Lohnerhöhungen gewährt. «Das ist unüblich, doch aufgrund des steigenden Nettoaufwandes und der nur langsam ansteigenden Steuererträge ist derfinanzielle Handlungsspielraum eingeschränkt und ein Verzicht auf Lohnerhöhung deshalb unumgänglich», so Dieth.
Die Budgetierung der Einkommenssteuern basiert auf einem gleichbleibenden Steuerfuss von 92%. Bei der Berechnung wurde eine Budgetunterschreitung 2013 um rund 1,4% sowie für das Jahr 2014 eine Ertragssteigerung auf der realistischen Ertragsbasis 2013 von 1% angenommen. Diese Wachstumsprognosen decken sich mit den Empfehlungen des Kantonalen Steueramtes. Im Vergleich zum Voranschlag 2013 kann insgesamt festgehalten werden, dass die Einkommens- und Vermögenssteuern mit 52,5 Mio. Franken um 700000Franken unter dem Budgetwert 2013 veranschlagt werden. Die Berechnungen entsprechen den aktuellen Finanzplanprognosen.
Aufgrund der aktuellen Sollstellung und der zu erwartenden Entwicklung bis Ende 2013 müsse davon ausgegangen werden, dass der Budgetwert 2013 bei den Aktiensteuern von 4 Mio. Franken um rund 0,7 Mio. Franken unterschritten werde. Für das Jahr 2014 geht der Kanton bei den Steuern der juristischen Personen von einer Zuwachsrate von 4% aus. Diese Prognose erscheint zu optimistisch, weshalb für Wettingen eine Zuwachsrate von 3% als realistisch angenommen wird. (gkw/bär)










