«Im Moment gibt es nur alles oder nichts»

Die Interessengemeinschaft (IG) Wettingen stört sich daran, dass bei der Kreditvorlage um die Sanierung und Erweiterung des Tägis nur über das Gesamtpaket abgestimmt werden kann.

Vertreter der IG Bruno Wolf, Sybille Glauser und Daniel Notter.Foto: bär
Vertreter der IG Bruno Wolf, Sybille Glauser und Daniel Notter.Foto: bär

«Wir sind für eine vernünftige Sanierung des Tägis, aber gegen ein Luxus-Tägi», sagen Daniel Notter, Sybille Glauser und Bruno Wolf unisono. Die drei Wettinger Einwohner, die keiner Partei angehören, sondern sich als Vertreter der Einwohner sehen, haben vor sechs Wochen zusammen mit zwölf weiteren Personen die IG Wettingen gegründet. «Unterstützt werden wir von einer Reihe von Sympathisanten», so Notter. Ziel der IG sei es, die Wettinger Einwohner über anstehende Projekte ergänzend und sachlich zu informieren. Das Tägi sei eines dieser Projekte. «Wir sind aber kein ‹Nein-Tägi Komitee›, sondern äussern uns als IG zur kommenden Abstimmung zum Projektierungskredit», so Notter.

Ausschlag dazu habe die Diskussion rund um die Sanierungen und Erweiterungen im Tägi gegeben. Die IG-Mitglieder hätten realisiert, dass der Souverän bei der Abstimmung am 23. September «nur» Ja oder Nein zum Projektierungskredit sagen könne. Gerne hätten sie sich aber zu den einzelnen Modulen, beispielsweise zum Aussenwarmbecken, geäussert. «Wir lehnen deshalb den Planungskredit ab und wollen die Planung wieder aufs Feld 1 zurücksetzen, sodass das Ganze aufs Neue aufgegleist wird», sagt Wolf. Notter ergänzt: «Damit würden wir erzwingen, dass dem Volk eine Auswahl von verschiedenen Modulen präsentiert wird, über die es abstimmen kann.» Zudem wünsche man sich, dass das Volk von Anfang an miteinbezogen werde. «So wie das beim Projekt Landstrasse der Fall war», so Notter.

Sorgen machen der IG die Finanzen: Auf der Homepage der IG finden sich Grafiken von der Entwicklung der Schuldzinsen, Schulden und Investitionen. Gemäss diesen Berechnungen stehen bis ins Jahr 2016 Investitionen in der Höhe von 114 Mio. Franken für Bildung und Strassenbau an. Ab dem Jahr 2017 sind weitere Investitionen von 98 Mio. Franken für Bauten vorgesehen. Das Projekt Tägi ist mit einem Betrag von rund 84 Mio. Franken budgetiert. «Für uns haben Investitionen im Bereich Schule, Alter und Soziales Priorität», erklärt Glauser. Deshalb setzt sich die IG dafür ein, dass im Tägi lediglich die notwendigen Sanierungen und sinnvollen Anpassungen gemacht werden, auf Erweiterungen wie beispielsweise ein Aussenwarmbecken will sie verzichten. Dafür würde die IG auch in Kauf nehmen, auf finanzielle Beteiligungen von Nachbargemeinden und Kanton zu verzichten.

Via Homepage, Flyer und mit persönlichen Gesprächen will die IG auf ihr Anliegen aufmerksam machen. Warum aber wurde die IG erst jetzt gegründet und hat nicht versucht, auf politischem Weg im Einwohnerrat Einfluss zu nehmen? «In der Regel beschäftigt man sich erst vor der Abstimmung damit, es wurde erst jetzt zum Thema», begründet Glauser. Die IG hofft, dass durch ein Nein zum Projektierungskredit die Grundlage für eine Auswahlmöglichkeit durch den Stimmbürger geschaffen wird. «Im Moment gibt es nur alles oder nichts», so Notter.

Infos unter www.igwettingen.ch

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