«Ich konnte mitprägen»

Seit 40 Jahren ist Heiner Studer als Politiker tätig. Genauso lange nahm er an Einwohnerratssitzungen teil, seit 1986 als Gemeinderat. 20 Jahre amtete er zudem als Vizeammann. «Nach so vielen Jahren will ich nun einen Strich ziehen», sagt der 64-Jährige.

Heiner Studer beendet seine Karriere in der Gemeindepolitik. Foto: ab
Heiner Studer beendet seine Karriere in der Gemeindepolitik. Foto: ab

«Deshalb gebe ich in Wettingen bewusst meine Ämter ab», sagt Heiner Studer und bleibt lediglich Mitglied der Evangelischen Volkspartei (EVP), nach deren Grundsätzen er all die Jahre politisiert habe. «Als ich mit 16 Jahren in die Politik einstieg, habe ich mich bewusst dafür entschieden, die Gesellschaft als Christ mitzugestalten.» Konkrete christliche und biblische Werte, für die er sich einsetze, seien Nächstenliebe, Lebensschutz und Schutz der Schöpfung. Seine Haltung komme auch im Umgang mit ganz pragmatischen Themen wie beispielsweise Tempo-30-Zonen, Promillegrenze oder das AHV-Alter zum Tragen. Auch als Einwohnerrat, Gemeinderat und Vizeammann habe er versucht, seine Grundhaltung einfliessen zu lassen.

Mit diesem Hintergrund leitete er 28 Jahre lang das Ressort Bildung, 8 Jahre lang präsidierte er die Einbürgerungskommission und 16 Jahre lang leitete er das Ressort Kultur. Er war 12 Jahre Präsident des Gemeindeverbandes Schulpsychologischer Dienst und 8 Jahre Präsident des Gemeindeverbandes Berufsberatung. Als Höhepunkte bezeichnet er die Eröffnung der Musikschule und Heilpädagogischen Schule, die er lanciert respektive begleitet hat.

Fällt es ihm nach so langjähriger Tätigkeit nicht schwer, abzuschliessen? «Nein, ich habe mich darauf eingestellt und konnte vieles mitprägen», sagt der dreifache Vater und zweifache Grossvater. Zudem gibt er seine beruflichen Tätigkeiten schrittweise ab: Während er per Ende Jahr als Gemeindepolitiker aufhört, wird er zu rund 40 Prozent seine Mandate als Kurator zweier Kirchgemeinden weiterhin behalten. Auch seine ehrenamtlichen Tätigkeiten als Präsident des Theologisch-Diakonischen Seminars (TDS) in Aarau, als Vize-Präsident der ERF-Medien sowie als Beirat des European Christian Political Movement (ECPM) wird er weiterhin ausüben und seine christliche Überzeugung einbringen. «Und ich freue mich darauf, weniger Termine zu haben und mehr freie Zeit mit meiner Frau, der Familie und mit Freunden zu verbringen.»

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