«Ich bin langsam politisiert worden»

Erst als Josef Wetzel vor 20 Jahren mit seiner Frau nach Wettingen zog, fing er an, in der Politik mitzuwirken. Jetzt ist er Präsident des Einwohnerrates und somit der höchste Wettinger.

Josef Wetzel ist der neue Einwohnerratspräsident. Foto: az/Emanuel Freudiger
Josef Wetzel ist der neue Einwohnerratspräsident. Foto: az/Emanuel Freudiger

Josef Wetzel, von seinen Kollegen «Beppi» genannt, wurde 1946 in Aesch (BL) geboren, wo er auch seine Kindheit verbrachte. In Engelberg besuchte er eine Mittelschule, die er mit der Matura abschloss. Anschliessend studierte Wetzel an der ETH in Zürich Elektrotechnik und war schliesslich diplomierter Elektroingenieur. Wetzel schrieb danach eine Doktorarbeit im Bereich Umweltschutz/Gewässerschutz, womit er sich wieder ein Stück weit von der Elektrotechnik entfernte. Er nahm anschliessend eine Arbeit bei Infras in Zürich an, bei der er als Informatiker und Software-Entwickler tätig war. Infras forscht im Bereich Wirtschaft, Umwelt und Politik und vertritt Werte der SP. «Durch diese Stelle bin ich langsam politisiert worden. Ich habe auch schon vorher das Geschehen interessiert mitverfolgt, bin aber nie aktiv in der Politik gewesen», sagt Wetzel zu seiner Zeit in Zürich.

Erst als Josef Wetzel vor 20 Jahren mit seiner Frau nach Wettingen zog, fing er an, in der Politik mitzuwirken und liess sich von der Wettinger SP als Einwohnerrat aufstellen. «Ich habe in dieser Zeit viele Kontakte geknüpft. Im Einwohnerrat hat es mir immer sehr gut gefallen.» Neben seinem Wirken im Einwohnerrat begann er, an der höheren Fachschule (HF) Informatik zu unterrichten, war aber in Teilzeit weiter bei INFRAS tätig. Vor zwei Jahren ging Wetzel in Pension, blieb seinen politischen Tätigkeiten aber treu. So wurde er im Mai 2013 zum Vizepräsidenten des Einwohnerrates gewählt und hat nun mit seinen 67 Jahren eine weitere ehrenvolle Aufgabe zu bewältigen: das Amt als Präsident. «Mit dem Präsidium erhalte ich noch einmal einen anderen Blickwinkel auf das Geschehen. Wenn ich diese Chance kriege, will ich sie auch nutzen», meint Wetzel.

Der höchste Wettinger bleibt aber bescheiden: «Ich bin weiterhin einer der 50 Ratsmitglieder des Einwohnerrats, da das Präsidium kein exekutives Amt ist wie beispielsweise der Gemeinderat.» Seine Aufgabe sei es, die Sitzungen vorzubereiten und für einen reibungslosen Ablauf zu sorgen. «Ich freue mich ehrlich auf die nächsten zwei Jahre, in denen ich diese Tätigkeit ausüben darf. Es gibt viele Anlässe, bei denen ich dann vorbeigehen und Grüsse aus der Gemeinde ausrichten darf.» Da Wetzel nun pensioniert ist, hat er auch nicht eine so volle Agenda wie andere. «Meine Vorgänger standen alle voll im Beruf und waren noch dazu Familienväter. Ich kann es nun etwas gelassener nehmen», meint Wetzel. Doch langweilig scheint es dem Wettinger nicht zu werden. Denn wenn er nicht gerade für die Gemeinde unterwegs ist, geht er gerne mit seiner Frau wandern, Velo fahren oder tanzen.

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