Halbe Million Franken Überschuss
Die Verwaltungsrechnung 2013 schliesst bei einem Umsatz von 108,9 Mio. Franken mit einem Ertragsüberschuss von Fr. 542855.26 ab.
Aufgrund des Rechnungsergebnisses 2012, das im Jahre 2013 zusätzliche Abschreibungen von 1,1 Mio. Franken auslöste (Abschreibung Bilanzfehlbetrag), und derzu erwartenden Mindereinnahmen bei den Steuererträgen 2013 war der Gemeinderat in der Führung gefordert. Um einer negativen Entwicklung präventiv ent-gegenzuwirken, wurden bereits im Frühjahr 2013 umfangreiche Sparmassnahmen angeordnet und erfolgreich umgesetzt. Das Ziel, einen weiteren Bilanzfehlbetrag zu vermeiden, wurde mit Bravour erreicht.
Aufgrund der Finanzplangrössen kann das Ergebnis wie in der Tabelle unten nachgewiesen werden. Die Mindererträge bei den Steuern von 3,83% sind vor allem auf zu optimistische Budgetannahmen zurückzuführen.
Einsparungen bei den Ausgaben: Beim Nettoaufwand konnten insgesamt Einsparungen von 3,27 Mio. Franken oder 6,74% erzielt werden.
Das sehr erfreuliche Ergebnis dieser Kennzahl ist vor allem auf Mehrerträge bei den Sondersteuern (Erbschafts-/Schenkungs- und Grundstückgewinnsteuern), Einsparungen beim Sachaufwand, die reduzierten Beiträge an den Kanton (Spitalbeiträge, öffentl. Verkehr) und ausserordentliche Erträge (Ausbuchung Verpflichtung gegenüber HPS) zurückzuführen.
Die Einsparungen beim Sachaufwand zeigen, dass der Gemeinderat und die gesamte Verwaltung bereit sind, sorgsam mit den verfügbaren Mitteln umzugehen und dass auch effektiv gespart werden kann. Der budgetierte Nettoaufwand 2013 mit 51,7 Mio. Franken zeigte sich im Zeitpunkt des Rechnungsabschlusses 2012 im Frühjahr 2013 um + 5% als zu hoch. Der Gemeinderat hat daraufhin zusammen mit der Verwaltung mit konkreten Sparmassnahmen von rund 2,3 Mio. Franken im Sinne einer Sparbremse ins laufende Jahr 2013 sofort eingegriffen, und das mit Erfolg. Im Ergebnis 2013 konnte der Nettoaufwand auf 48,5 Mio. Franken oder um 6,74% reduziert werden.
Dank Minderaufwendungen beim Kapitaldienst und bei den Unterhaltskosten bei den Liegenschaften des Finanzvermögens konnten die Nettozinsen gegenüber dem Budget um 106262 Franken reduziert werden.
Die Verbesserung bei der Selbstfinanzierung um 26,24% hat dazu beigetragen, dass die Verschuldung nicht in erwartetem Masse angestiegen ist.
Entwicklung der Einkommens- und Vermögenssteuern: Die Gemeinde Wettingen hat im Jahre 2013 Einkommens- und Vermögenssteuern in der Höhe von 51,2 Mio. Franken eingenommen. Dies entspricht einem Minderertrag gegenüber dem Budget in diesem Bereich von rund –2,0 Mio. Franken oder –3,7%. Der Minderertrag zum Budgetwert hat sich gegenüber dem Vorjahr nur marginal von –3,89% auf –3,70% vermindert. Dieses Steuerergebnis ist im Wesentlichen auf zu hohe Vergleichszahlen (Vorjahreswerte), auf zu optimistischen Wirtschafts- und Wachstumsprognosen und in der Folge auf eine zu optimistische Budgetierung zurückzuführen.
Markus Dieth, Gemeindeammann: «Der Gemeinderat darf gesamthaft aber einen sehr guten Steuerabschluss 2013 vermelden: Effektiv haben die gesamten Steuereinnahmen gegenüber dem Vorjahr 2012 um rund +3,6 Mio. Franken zugenommen. Dabei ist die beschlossene Steuerfusserhöhung von 3% ab dem Steuerjahr 2013 berücksichtigt, was rund 1,7 Mio. Franken entspricht.»
Investitionsrechnung und Selbst- finanzierung: Die Nettoinvestitionen des Jahres 2013 betragen 7,66 Mio. Franken. Die entsprechenden Schätzungen des Voranschlags 2013 (Verpflichtungskontrolle) beliefen sich auf 22,5 Mio. Franken. Die Abweichung ist auf die Verschiebung der Assetbereinigung EWW (Januar 2014) und Bereinigungen des Liegenschafts- und Verwaltungsvermögens im Hinblick auf die Neubewertung HRM2 zurückzuführen.
Den Nettoinvestitionen von 7,66 Mio. Franken steht eine Eigenfinanzierung von rund 6,1 Mio. Franken gegenüber, wodurch sich ein Eigenfinanzierungsgrad von 79,6% ergibt.
Beurteilung finanzielle Zukunft: Durch die rege Investitionstätigkeit und die daraus resultierenden Finanzierungsfehlbeträge ist der Bestand an langfristigem Fremdkapital um 10 Mio. auf 29 Mio. Franken angestiegen. Im Finanzplan 2013–2017 waren für Ende 2013 Schulden im Umfange von 30,7 Mio. Franken prognostiziert. Die Nettoschuld pro Einwohner beträgt 1342 Franken. Dieser Wert kann als gering bezeichnet werden und ermöglicht der Gemeinde nach wie vor grossen Handlungsspielraum bei den anstehenden Investitionen. Wettingen steht finanziell weiterhin auf gesunden und stabilen Beinen und ist bestens gerüstet für die kommenden Aufgaben.
Neben den üblichen Investitionsausgaben für den Substanzerhalt stehen in Wettingen mit den erforderlichen Schulraumerweiterungen Schulhäuser, Kindergärten und Turnhallen aufgrund der Entwicklung der Schülerzahlen und der kantonalen Umstellung des Schulsystems sowie der – wenn auch stark reduzierten – Erweiterung und Ertüchtigung des Sportzentrums tägi grosse, bedeutende und finanziell einschneidende Projekte an.
Der Gemeinderat Wettingen ist bestrebt, die Standortvorteile von Wettingen weiterhin zu pflegen und zu fördern. Dies bedeutet, mit einer umsichtigen Finanzpolitik der Bevölkerung im Bereich Bildung, Kultur, Sport und Freizeit auch etwas bieten zu können. Wettingen investiert in die Zukunft mit dem klaren strategischen Ziel, weiterhin eine steuergünstige und attraktive Wohngemeinde zu sein. (grw)


