Grosses Interesse am Tägi-Untergrund
Die Bevölkerung hat die Informationsveranstaltung im Tägi genutzt, um sich eine eigene Meinung zu bilden.

«Wir sind sehr zufrieden; die Führungen durch den Untergrund waren so gut besucht, dass sie doppelt geführt werden konnten, und an der Projektpräsentation und Podiumsdiskussion nahmen rund 300 Personen teil», resümierte Sandra Frauenfelder. Als Leiterin der Standortförderung hat sie den Anlass mitorganisiert.
Nicht nur während der Führungen durch den Tägi-Untergrund konnte man sich ein Bild der Abnützungserscheinungen machen, sondern auch während der Projektvorstellung durch Gemeindeammann Markus Dieth. Er blickte zurück ins Jahr 2004, als der Gemeinderat eine Machbarkeitsstudie für die Entwicklung im Tägi in Auftrag gab, nachdem der Kanton angekündigt hat, Wettingen die Betriebsbewilligung des Eisbetriebs zu entziehen. Im Einwohnerrat wurden danach verschiedene Varianten geprüft. Stand am Anfang beispielsweise auch ein Sporthotel zur Diskussion, wurde dieses vom Einwohnerrat wieder gestrichen. Während der letzten sieben Jahre befasste er sich immer wieder mit dem Tägi und hat den Projektierungskredit im Mai mit 32:14 Stimmen gutgeheissen. Dieth betonte, dass man keine Angst haben müsse, dass Vereine sich das Training im neuen Tägi nicht mehr leisten könnten. Im Gegenteil, er zeigte auf, dass die Sportmöglichkeiten im Tägi den Jugendlichen dienen würden, für eine Integration (Kulturen, Leistungsstarke/-schwache, Behinderungen etc.) sorgten und für die Prävention und die Wirtschaft gut seien. Durch eine Leistungsvereinbarung und Subjektsubventionierung soll die Basis für einen kostendeckenden Betrieb und eine bestmögliche Sportförderung geschaffen werden. Dieth wehrte sich gegen den Vorwurf, dass das neue Tägi eine Luxuslösung sei. «Die nachhaltige Sanierung, das erweiterte attraktivitätssteigernde Angebot sowie der Bedarf der neuen Eishalle mit Mehrzwecknutzung rechtfertigen die für Wettingen trag- und verantwortbaren Kosten», so Dieth. Die Steuerfusserhöhung von 6% auf 95% sei bis ins Jahr 2015 aufgrund von Investitionen im Schulbereich nötig und ab 2015 aufgrund des Tägis. «Die hochinvestive Phase ist im Jahr 2019 überwunden. Anschliessend erfolgt der Schuldenabbau und die Steuerfussreduktion», so Dieth.
Die anschliessende Podiumsdiskussion wurde vom ehemaligen Tele-M1-Moderator David Kaufmann geleitet. Die Einwohnerräte Thomas Benz, Reto Würmli, Markus Maibach und Marco Kaufmann argumentierten für die Erneuerung und Erweiterung des Tägis und zeigten auf, wie intensiv sich der Einwohnerrat mit diesem Projekt seit Jahren befasst. Einwohnerratspräsident Marco Kaufmann brachte ihr Anliegen auf den Punkt: «Das Projekt ist sehr komplex und über lange Zeit entwickelt und im Einwohnerrat diskutiert worden. Die vorliegende Variante ist ein ausgewogener Kompromiss, der ökologisch optimiert ist und viele Nutzer anspricht.»
Nicht dieser Meinung waren die vier Kontrahenten Thomas Bodmer, Leo Scherer (Einwohnerrat WettiGrün) sowie Fritz Zanzerl und Sybille Glauser von der IG Wettingen. Bodmer sprach von «Grössenwahnsinn» und kritisierte vor allem die Kosten. Scherer störte sich am Energieverbrauch des «Eistempels», der keinem öffentlichen Interesse entspreche. Zanzerl und Glauser stiessen sich daran, dass man nicht einzeln über Sanierung und Erweiterung abstimmen könne. Daran änderten auch die Argumente der Gegner, das Projekt hänge zusammen und die Abwärme von der Eisproduktion werde für die Heizung des Aussenwarmbeckens genutzt, nichts. Auch die Zahlen des um 20 Prozent sinkenden Stromverbrauchs und die Reduktion des Heizölverbrauchs um 70 bis 100% im Vergleich zur heutigen Anlage machten Scherer keinen Eindruck: «Wir verschleudern Energie und können nicht so tun, als wüssten wir das nicht.»


