Gluri-Suter bleibt Kindergarten
Ja zum Neubau eines Doppel-Kindergartens im Langäcker, Nein zum Neubau eines Doppel-Kindergartens in Modulbauweise im Unterdorf.
Nachdem das Postulat von Heinz Graf, die Galerie im Gluri-Suter-Huus ins Erdgeschoss des Rathauses zu verlegen, vorgezogen und klar abgelehnt worden war, widmete sich der Einwohnerrat den beiden Hauptthemen der Traktandenliste. Es galt, am Donnerstagabend über die Kreditbegehren von 1650000 Franken zum Neubau eines Doppel-Kindergartens in Modulbauweise im Unterdorf und die Erneuerung der Umgebung zur Nutzung als Spielfläche sowie über das Kreditbegehren von 3465000 Franken zum Neubau eines Doppel-Kindergartens in Elementbauweise im Langäcker und Räumlichkeiten für das Tagesstrukturangebot abzustimmen. Gemeinderat Daniel Huser erläuterte, dass beide Projekte Teil der Strategie des Gemeinderates seien. Die SP begrüsse den Bau zeitgemässer Kindergärten, so Patrick Neuenschwander. Sie werde aus Rücksicht auf Kinder und Lehrpersonen dem Kreditbegehren zustimmen. Die SVP sei laut Thomas Wolf gemischter Meinung, lehne aber aus verschiedenen Gründen mehrheitlich das erste Kreditbegehren ab, da es sich wieder nur um ein Provisorium handle und bei der Nutzungsnotwendigkeit widersprüchliche Informationen vorlägen. Martin Egloff kritisierte im Namen der FDP die Eile des Geschäftes und den Bau eines «Providuriums» – eines Provisoriums für die nächsten 20 Jahre. Auch Thomas Benz (CVP) fragte, wieso man aus einem gut funktionierenden Haus in ein Provisorium wechseln müsse. Die CVP erwarte ein klares Konzept und eine ausgegorene Lösung. Schulpflegepräsident Thomas Sigrist unterstrich, dass das Gluri-Suter-Huus nicht mehr den Vorgaben vom Kanton und den Anforderungen eines Kindergartens entspreche. Robin Bauer (CVP) fasste die Diskussion treffend zusammen: «Ich bin seit einer Stunde sehr verwirrt.» Es könne wohl niemand im Raum handfeste Argumente liefern. Daher sei das einzig Richtige, das Kreditbegehren zurückzuweisen und weitere Informationen zu erhalten. Leo Scherer (WettiGrüen) meinte, es sei nichts gewonnen, wenn man jetzt etwas hinauszögere. Es wäre besser, man würde jetzt das Provisorium bauen und dessen Laufzeit nutzen, um ein gutes Projekt im Friedhof-Areal zu realisieren. Gemeindeammann Mar- kus Dieth legte noch einmal dar, dass die Kindergärten laut Plan des Gemeinderats aus dem Gluri-Suter-Huus ausgelagert werden sollen, sodass das Haus ausschliesslich für Kultur genutzt werden könne. Ein Antrag der CVP zur Zurückweisung des Geschäfts wurde knapp abgelehnt. Ebenso der Antrag des Gemeinderates mit 16 Ja- zu 25 Nein-Stimmen bei zwei Enthaltungen.
Bezüglich des Kreditbegehrens zum Neubau eines Doppel-Kindergartens im Langäcker machte die FiKo mit ungewöhnlichen sieben Enthaltungen von sich reden, da bei der Bearbeitung Fragen aufgetaucht seien und sich Dinge widersprochen hätten. Leo Scherer warf die Frage in den Raum, ob nun noch einmal über 600000 Franken abgestimmt werde, da die 600000 Franken für die Tagesstrukturen ja bereits beschlossenes Kreditvolumen seien. Die Verwirrung über die Summe war bald perfekt, weshalb Einwohnerratspräsident Marco Kaufmann den Zusatz «inbegriffen sind 600000 Franken gemäss Volksinitiative für Tagesstrukturen» zum Traktandum ergänzte. Der Antrag wurde einstimmig angenommen.


