Gezielte Förderung von Familien
Nachdem der Gemeinderat das Konzept «Familienfreundliches Wettingen – Gutschein- System für die Förderung der Kinder und ihrer Eltern» nicht umsetzt, melden sich die Motionäre zu Wort.

In einem per Mail verschickten Brief an alle Einwohnerräte und die Medien wollen sich die Motionäre Gehör verschaffen. Man teile zwar die Meinung des Gemeinderates, dass es nicht Aufgabe des Staates sei, Freizeitaktivitäten von Kindern mitzufinanzieren, sondern Familien mit Problemen gezielt unterstützen soll. «Darum gehts auch gar nicht. Wir wollen, dass auch für Familien mit tiefem und mittlerem Einkommen, die keine Fremdbetreuung in Anspruch nehmen, etwas Greifbares und Zahlbares gemacht wird», sagt Thomas Meier, CVP-Einwohnerrat und einer der Motionäre.
Sie wollen jedoch keinen Steuerabzug gewähren oder Bargeld auszahlen, sondern nach Besuch des Freizeitangebots eine (Teil)-Rückerstattung machen. Der Gemeinderat hingegen will stattdessen Angebote im Bereich Elternbildung und frühkindlicher Begleitung und Erziehung unterstützen. «Das hat nichts miteinander zu tun», sagt Meier. «Das ist für alle gedacht. Wir wollen jedoch gezielt etwas für diejenigen Familien machen, die sonst nicht profitieren.» Das solle zwar finanziell weniger sein, aber trotzdem zeigen, «dass auch diese Familien, die ein anderes Familienmodell wählen, aus Sicht der Gemeinde geschätzt werden.»
Weil der Gemeinderat ausdrücklich dazu aufgefordert habe, einen konkreten Antrag zu stellen, falls man die gemeinderätliche Meinung nicht teile, werden die Mo-tionäre dies nun an der nächsten Einwohnerratssitzung am 19. De-zember tun. Ihren konkreten Antrag haben sie mit dem Brief den Einwohnerräten gemailt. Darin schreiben sie auch, dass es eher unwahrscheinlich sei, dass der für die Umsetzung berechnete Betrag von 300000Franken ausgeschöpft werden muss. «Die Zahlen sind nicht falsch, aber wir gehen nicht davon aus, dass sämtliche rund 16000 bezugsberechtigten Kinder maximal Gebrauch machen und der Betrag so hoch ausfallen wird.» In ihrem Antrag schreiben sie denn auch: «Ab 2016 passt der Gemeinderat den Budgetposten jeweils an die Erfahrungswerte des Vorjahres an, um eine möglichst hohe Budgetgenauigkeit zu erreichen.»
Meier hofft, dass die Einwohnerräte für den Antrag stimmen und das Konzept umgesetzt werden kann. «Und damit diejenigen Familien gezielt gefördert werden können, die auch bis jetzt nach Ansicht von Gemeinderat und Einwohnerrat eine Förderung erhalten sollten», so Meier.


