Generalversammlung im Klassenzimmer
In der Kantonsschule Wettingen sind die Schülerinnen und Schüler der 4. Klasse für eine Woche in die Rolle von Verwaltungsräten einer fiktiven Firma geschlüpft.

Am Montag haben die Schülerinnen und Schüler an einer «Generalversammlung» die Ergebnisse ihres Unternehmens präsentiert. «Unsere Kalkulation war nicht immer hervorragend.» – «Meine Kollegen in der Geschäftsleitung haben die Ausgaben für die Werbung gesenkt; das passte mir überhaupt nicht.» – «Nachhaltigkeit beim Wachstum? Die Strategie der Konkurrenz ist auch nicht gerade nachhaltig.» Solch erfrischend offene Kommentare sind an einer Generalversammlung eines Unternehmens doch eher selten. In der Kantonsschule Wettingen jedoch nahmen die Nachwuchsverwaltungsräte der 4. Klasse des Schwerpunktfachs Wirtschaft und Recht am Montag kein Blatt vor den Mund, als sie ihre Zahlen präsentierten.
Die Generalversammlung bildete der Abschluss der Wirtschaftswoche, welche die Kanti in Zusammenarbeit mit der Aargauischen Industrie- und Handelskammer AIHK und der Ernst-Schmidheiny- Stiftung abgehalten hatte. Dabei durften die Schülerinnen und Schüler in vier Gruppen eine Woche lang ein fiktives Unternehmen führen und wurden dabei von Fachkräften aus der Wirtschaft betreut. Drei Tage davon verbrachten sie auf dem Herzberg, um ihr Unternehmen auf Erfolgskurs zu bringen. Dazu gehörten unter anderem das Austüfteln des Produkts, das bei allen dasselbe war, nämlich eine Kochpfanne und die Ausarbeitung der Strategien, nach denen die Gruppe ihre Firma führen musste. Eben genauso wie im richtigen Wirtschaftsleben.
Das Resultat der Wirtschaftswoche, also die Generalversammlung, erinnerte dann schon fast ein echtes Unternehmen. Mit anschaulichen Grafiken präsentierten die vier Gruppen ihre Zahlen und erklärten die Zusammenhänge. «Man merkt, dass diese Klasse weiss, worüber sie spricht», meinte Reto Tschumper sichtlich beeindruckt, der an der Kantonsschule Wettingen dieses Fach unterrichtet und die Wirtschaftswoche inskünftig als festen Bestandteil ins Schwerpunktfachs Wirtschaft und Recht einbauen will . Und auch David Sassan Müller, juristischer Mitarbeitet der AIHK und Organisator der Aargauer Wirtschaftswochen bei der Aargauischen Industrie- und Handelskammer, war angetan. «Die Schülerinnen und Schüler mussten im Team Situationen und sodann Entscheide fällen und konnten sich in den individuellen Kommunikationsfähigkeiten trainieren», stellte er fest. «Das hat mich sehr gefreut.»


